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| Amtssprache | Ungarisch | ||||
| Hauptstadt | Budapest | ||||
| Staatsform | Parlamentarische Demokratie | ||||
| Staatsoberhaupt | Ferenc Mádl | ||||
| Ministerpräsident | Ferenc Gyurcsány | ||||
| Fläche | 93.030 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 10.045.400 (Stand 2003) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 108 Einwohner pro km² | ||||
| Unabhängigkeit | am 31. Oktober 1918 | ||||
| Währung | Forint | ||||
| Zeitzone | UTC+1 | ||||
| Nationalhymne | Himnusz | ||||
| Kfz-Kennzeichen | H | ||||
| Internet-TLD | .hu | ||||
| Vorwahl | +36 | ||||
Die Republik Ungarn (ungarisch: Magyar Köztársaság) ist ein Staat im Pannonischen Becken in Mitteleuropa und grenzt an Österreich, die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien.
| Inhaltsverzeichnis |
Der Name Ungarn gelangte aus dem Slawischen in die europäischen Sprachen. Das slawische Wort lässt sich auf die bulgarotürkische Stammesbezeichnung onogur (on = „zehn“ + ogur = „Stamm“) zurückführen, die dadurch entstand, dass die Vorfahren der Ungarn im 5. und 6. Jahrhundert in enger Verbindung mit dem Onogurenreich lebten, dessen führender Stammesverband „Onoguren“ hieß. Das „H-“ im lateinischen hungarus (und dadurch auch in manchen anderen Sprachen) entstand dadurch, dass der Name irrtümlicherweise mit den Hunnen (Hunni) gleichgesetzt wurde.
Die Selbstbezeichnung der Ungarn weicht aber stark von den ausländischen Namen für Ungarn ab. So taucht magyar (früher magyeri) schon im 9. und 10. Jahrhundert in mohammedanischen Quellen auf. Es ist wahrscheinlich ein Kompositum aus magy (< ugrisch *mańćε = „Mensch, Mann, Geschlecht“) und er(i) (ebenfalls „Mensch, Mann, Geschlecht“). Allerdings ist zu beachten, dass das Wort anfangs nur die Bezeichnung eines von sieben (unterschiedlichen) nomadischen Stämmen war, die im 9. Jahrhundert und Anfang des 10. Jahrhundert räuberische Einfälle in Europa, vor allem in Großmähren, unternahmen. Die Stämme hießen Meder (Magyar), Tárján, Jenő, Kér, Keszih, Kürt-Gyarmat und Nyek. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts ist es dem Stamm der Magyaren – d. h. den Nachkommen Árpáds – gelungen, die restlichen Stämme unter seiner Oberherrschaft zu vereinigen. Von da an kann man von den Magyaren (wenn auch noch nicht im ethnischen Sinne) sprechen.
Siehe auch: Magyaren
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 wurde auch das ungarische Staatswesen erneuert. Am 23. Oktober 1989 trat eine modifizierte Verfassung in Kraft, deren Vorbild unter anderem das deutsche Grundgesetz war. Die Regierung ist dem Parlament verantwortlich, für die Regierungstätigkeit trägt der Ministerpräsident Verantwortung. Um die größtmögliche Stabilität der Regierung zu gewährleisten, wurde die Institution des konstruktiven Misstrauensvotums geschaffen.
Das Parlament wählt den Präsidenten der Republik, den Ministerpräsidenten, die Mitglieder des Verfassungsgerichts, den Ombudsmann der Minderheiten, den Präsidenten des Obersten Gerichts und den Generalstaatsanwalt. Das Einkammerparlament hat 386 Abgeordnete, die auf vier Jahre gewählt werden.
Hauptartikel: Geschichte Ungarns
Mit der Grenzöffnung nach Österreich und damit der Zerschneidung des Eisernen Vorhangs hatte Ungarn entscheidenden Anteil an der politischen Wende 1989 in den ehemaligen Ostblockstaaten und damit auch der friedlichen Revolution in der DDR sowie der deutsch-deutschen Wiedervereinigung.
Ungarn wurde im Zuge der EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Zuvor fand am 12. April ein Referendum zum EU-Beitritt statt, bei dem zwar nur 45,6 % der acht Millionen Wahlberechtigten zur Wahl gingen, aber zu 84 % für den Beitritt stimmten.
Siehe auch: Liste der Könige von Ungarn, Liste der ungarischen Staatspräsidenten
Ungarn ist in 19 Komitate und 23 Städte mit Komitatsrecht eingeteilt. 1999 wurde das Land in sieben statistische Planungsregionen eingeteilt, auch um die Auflagen der Europäischen Union zu erfüllen.
| Städte mit Komitatsrecht | Komitate | Statistische Planungsregionen | Komitate in der Region |
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Siehe auch: Liste
der Städte und Orte in Ungarn, Liste der
Komitate Ungarns
Weblink: Politische Karte Ungarns eingeteilt in Komitate
Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat Ungarn ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar zwischen -1 °C und -3 °C sowie im Juli zwischen 21 und 23 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landesteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können.
Ungarn erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 14.800 Mrd. Forint (2001, etwa 57,6 Mrd. Euro), was 5.700 Euro pro Kopf entspricht. 4 % des Bruttoinlandsprodukts entstanden in der Landwirtschaft, 32 % in der Industrie und 64 % im Dienstleistungssektor. Mit einer Exportquote (Warenausfuhren in Prozent des BIP) von 65 % ist die Wirtschaft sehr offen. Über ein Drittel der Ausfuhren gehen nach Deutschland, etwa 8 % nach Österreich und jeweils etwa 6 % nach Italien und Frankreich. Über die Hälfte der Ausfuhren entfallen auf Güter des Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie. Ein hoher Teil der Ausfuhren wird von Unternehmen in ausländischem Besitz getätigt. Wichtige Industriestandorte sind v. a. der Raum Budapest und die Grenzregion zu Österreich.
Eine wichtige Rolle als Einnahmequelle spielt der Tourismus in Budapest, in der Puszta und am Plattensee (Balaton).
Die Verkehrsinfrastruktur ist gut ausgebaut. Insgesamt gibt es derzeit vier Autobahnen, nummeriert mit M1 (Budapest – Győr - Grenze zu Österreich), M3 (Budapest – Gyöngyös – Miskolc (geplant)), M5 (Budapest – Kecskemét – Szeged (geplant)), M7 (Budapest – Siófok – Nagykanizsa (geplant), außerdem befindet sich die M0, die Umfahrung von Budapest, noch im Bau. Die Eisenbahnlinien laufen, wie die Autobahnen auch, sternförmig auf die zentral gelegene Hauptstadt zu.
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Die Bevölkerung Ungarns besteht mehrheitlich aus Ungarn (90 %, auch: Magyaren). Daneben gibt es Roma (5 %), Deutsche (Donauschwaben) (2,6 %), Serben (1 %), Slowaken (0,8 %) und Ruthenen (0,7 %). Für 2001 wurde ein negatives Bevölkerungswachstum von -0,32 % geschätzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Bevölkerungsverteilung noch eine gänzliche andere. Die heutige Minderheit der Roma war deutlich stärker vertreten, und jeder dritte Bürger Ungarns war Jude.
Etwa 52 % der Ungarn sind römisch-katholische oder unierte Katholiken, etwa 16 % Calvinisten, 3 % Lutheraner und 0,1 % sind Juden.
In Ungarn erscheint eine deutschsprachige unabhängige Zeitung, der 1854 gegründete Pester Lloyd; seit 1994 wird sie wieder in Budapest herausgegeben und informiert wöchentlich über Wirtschaft, Politik und Kultur aus Ungarn und Ostmitteleuropa. Außerdem gibt es die Neue Zeitung und die Budapester Zeitung auf Deutsch. Lesenswert ist auch die Zeitschrift Drei Raben, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Budapest herausgegeben wird. Alle vier Medien sind auch im Internet zu lesen.
Deutschsprachige Fernsehsendungen mit ungarischen Untertiteln werden regelmäßig vom öffentlich-rechtlichen Sender MTV (Magyar Televízió) ausgestrahlt.
Die ungarische Küche wird insgesamt als relativ schwer angesehen, was zum Teil auch zutreffend ist. Das Nationalgericht ist Pörkölt, das im deutschsprachigen Raum aber unter Gulasch bekannt ist und das es in zahreichen Variationen gibt. Das in Ungarn bekannte Gulyás entspricht ungefähr der deutschen Bezeichnung „Gulaschsuppe“. Weltberühmt ist, neben dem Paprika, das auch gemahlen als Gewürz besonders in der ungarischen und mittlerweile auch in ausländischen Küchen verwendet wird, der Tokajer (ung.: Tokaji), dem süßen Dessertwein aus dem Tokajer Weingebiet. Beim Tokajer werden nur spätreifende Rebsorten verwendet, sodass die Weintrauben nicht nur von den trockenen, heißen Sommern, sondern auch von den langen, warmen und nebelreichen Herbsten profitieren. Weitere bekannte ungarische Spezialitäten:
Siehe auch: Ungarische Küche
Siehe auch: Portal Ostmitteleuropa/Ungarn

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