| Liste Artikel | Liste Kategorien | Zufälliger Artikel | Links auf diese Seite | |||
| Karte der Präfekturen Japans | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
![]() |
||||||
|
||||||
Japan ist in 47 Verwaltungseinheiten unterteilt. Es existieren im japanischen vier verschiedene Bezeichnungen für eine solche Einheit, die jedoch alle als Präfektur übersetzt werden. Im einzelnen sind dies: 都 (to), 道 (dō), 府 (fu) und 県 (ken). to wird nur für die Präfektur Tokio genutzt (Tōkyō-to), dō ausschließlich für die Präfektur Hokkaidō, fu für Ōsaka und Kyōto (Ōsaka-fu, Kyōto-fu), die restlichen 43 Präfekturen werden mit ken bezeichnet. In Japan werden diese oft zu 都道府県 (Todōfuken) zusammengefasst.
Das System wurde 1871 während der Meiji-Restauration im Zuge der Abschaffung des Han-Systems etabliert. Die Präfekturen ersetzten des weiteren die vorherige Provinzeinteilung. Ursprünglich gab es über 300 Präfekturen, diese wurden jedoch 1888 auf 47 verringert. 1947 wurde ein Gesetz erlassen das den Präfekturen eine größere Selbstständigkeit und politische Macht ermöglichte. Im Jahr 2003 verkündete der Premierminster Japans, Junichiro Koizumi, dass die die momentanen Präfekturen in 10 Bundesstaaten aufgehen werden. Den dabei entstehenden Staaten soll mehr Autonomie gewährt werden als den Präfekturen.
Jede Präfektur wird auf kommunaler Ebene in Gemeinden eingeteilt. Diese sind in drei verschiedene Arten unterteilt, nämlich Großstädte (市 shi), Kleinstädte (町 chō oder machi) und Dörfer (村 son oder mura). Die Kleinstädte und Dörfer werden oft zusätzlich in einen Bezirk (郡 gun) zusammengefasst, der heutzutage jedoch nur noch zum Zwecke der Postadressierung verwendet wird. Hokkaidō hat als einzige Präfektur 14 Subpräfekturen. Jede dieser Subpräfekturen hat eine eigene Zweigstelle der Präfekturverwaltung (支庁 shichō). Einige andere Präfekturen besitzen jedoch auch Zweigstellen, die administrative Funktionen außerhalb der Hauptstadt ausführen.
| Inhaltsverzeichnis |
Die unterschiedlichen Endungen der Präfekturen (to, do, fu und ken) beruhen auf historischen Gründen.
Während der Edo-Periode etablierte das Tokugawa-Shogunat neun Gebiete um die neun größten Städte Japans, die von einem Shogunatsverwalter (奉行 bugyō) verwaltet wurden. Sowie weitere 302 von Gemeinden verwalteten im restlichen Land. Als das System der Präfekturen während der Meiji-Restauration erschaffen wurde, benannte man die von den Gemeinden verwalteten Gebiete ken, die bugyō-beherrschten fu. Später veränderte die Regierung den fu-Status zu ken, bis auf Tokio, Ōsaka und Kyōto. Während des Zweiten Weltkrieges bekam Tokio den to-Status, eine neue Art von Hauptstadt-Präfektur.
Vor dem Zweiten Weltkrieg existieren unterschiedliche Gesetze für fu und ken, diese verschwanden jedoch nach dem Krieg, so dass fu und ken grundsätzlich das gleiche sind. Daraus resultiert die Tatsache das sowohl fu als auch ken als Präfektur übersetzt werden.
Die Bezeichnung dō (Bezirk) wurde ursprünglich genutzt um Regionen wie Tokaido und Sakaido während der Tokugawa-Ära zu bezeichnen. Diese wiederum bestanden aus mehreren Provinzen. Hokkaidō ist das einzige noch heute existierende dō in Japan, obwohl es keines der ursprünglich sieben dō war (in vormodernen Zeiten war es als Ezo bekannt). Der heutige Name wird auf Matsūra Takeshiro zurückgeführt. Er war ein früher japanischer Erforscher der Insel Hokkaidō. Da es nicht in die existierende dō-Einteilung passte, führte er ein neues dō ein.
Die Meiji Regierung bezeichnete Hokkaidō ursprünglich als Settlement Envoyship, später wurde die Insel in 3 Präfekturen, die nach größeren Städten Sapporo, Hakodate und Nemuro benannt wurden, unterteilt. Diese wurde 1886 zu einer einzigen Hokkaidō Präfektur zusammengefasst. Die Endung ken wurde nie zu dem Namen Hokkaidō zugeführt, so dass der dō Suffix als Präfektur verstanden wird.
Als Hokkaidō aufgenommen wurde, waren die Transportmöglichkeiten auf der Insel immer noch stark unterentwickelt, so dass die Präfektur in verschiedene Subpräfekturen unterteilt wurde (shichō), die administrative Angelegenheiten der Präfekturverwaltung übernehmen konnten. Diese Subpräfekturen sind der Hauptunterschied zwischen Hokkaidō und den anderen ken, was jedoch wirklich nur ein notwendiger Schritt aufgrund der Größe Hokkaidōs war.
Hokkaidō Präfektur ist, rein grammatikalisch gesehen, ein redundanter Ausdruck. Er wird jedoch ab und an genutzt um die Präfekturregierung von der Insel zu unterscheiden. Die Regierung der Präfektur nennt sich selber Hokkaidō Regierung und nicht Hokkaidō Präfekturregierung.
Hokkaidō ist die am dünnsten besiedelte Insel Japans. Die Größte Stadt, die zugleich Hauptstadt der Präfektur, ist Sapporo, die sechstgröße Stadt Japans. Des weiteren zählt noch Hakodate zu den erwähnenswerten Großstädten.
Die einzige to in Japan ist Tokio (Tōkyō). Nach der Abschaffung des Han-Systems bestand Tōkyō-fu, eine urbane Präfektur wie Osaka und Kyoto, aus einer Anzahl von Städten die zusammengewachsen waren. Die größte davon war Tōkyō-Stadt und war in 15 Stadtbezirke unterteilt. 1943 wurde Tōkyō-Stadt aufgelöst und Tōkyō-fu zu Tōkyō-to umbenannt. Tokios Stadtbezirke wurden zu den autonomen Stadbezirken, die jede eine eigene Versammlung (kugikai) sowie Bürgermeister (kucho) hatten und direkt der Präfektur unterstanden. Zu dem Zeitpunkt existierten 35 solcher Stadtbezirke die auch Vorstädte und Kleinstädte um Tokio abdeckten. Der Grund für diese Neuordnung lag darin die Verwaltung der Umgebung der Hauptstadt Tokio zu festigen indem man die Verwaltung der Stadt Tokyo auflöste. 1947 wurde Tokyo aufgrund der Bevölkerungsrückgänge die durch den Krieg verursacht wurden in die bis heute bestehenden 23 autonomen Stadtbezirke neu aufgeteilt. Das Wachstum des Megaplexes Tokios nach dem Krieg führte jedoch dazu das es in andere Präfeketuren hineinwuchs.
Es gibt einige Unterschiede in der Terminologie zwischen Tokio und den anderen Präfekturen. Zum Beispiel werden die Polizei- und Feuerwehrstationen als cho anstatt honbu bezeichnet. Der einzige Unterschied jedoch zwischen Tokio und den anderen Präfekturen besteht darin das die jeder Teil Tokios eine eigene Stadt ist. Heutzutage haben die haben die Stadtbezirke annährend den gleichen Grad an Unabhängigkeit wie andere japanische Städte. Der Unterschied zwischen Tokio und den anderen Präfekturen ist damit sehr gering.
Die japanische Regierung übersetzt immer noch Tōkyō-to als Metropole Tokio in nahezu allen Fällen. Die Regierung wird offiziell Tōkyō Metropolregierung genannt. Ausserhalb Japans wird jedoch oft noch Tōkyō-to als Tōkyō-Präfektur übersetzt.


