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Umlaufbahn

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Übersicht

Unter Umlaufbahn oder Orbit versteht man die Bahnkurve, auf der sich ein Objekt periodisch um ein anderes (sehr viel massereicheres, zentrales) Objekt bewegt. Also die Bahn, die ein künstlicher Satellit oder ein natürlicher Himmelskörper bei Umrundung eines anderen Himmelskörpers beschreibt ("Space Shuttle befindet sich im Orbit um die Erde").

Sie hat eine charakteristische Umlaufzeit, die sich aus der Masse der zwei Objekte und dem mittleren Bahnradius ergibt. Die Bahnbewegung erfolgt genähert in einer "Bahnebene", die den Schwerpunkt der zwei Körper enthält. Der Vektor, der vom zentralen Objekt zum umlaufenden Objekt weist, heißt Radiusvektor.

Die bekanntesten auftretenden Umlaufbahnen sind jene der Planeten unseres Sonnensystems - und analog aller anderen Himmelskörper, welche sich um die Sonne bewegen. Johannes Kepler war der erste, der in seinen Keplerschen Gesetzen postulierte, dass diese Umlaufbahnen Ellipsen seien.

Aus dem Newtonschen Gravitationsgesetz kann man ableiten, dass im Zweikörpersystem die Bahnen Kegelschnitte sind - das heißt Kreise, Ellipsen, Parabeln oder Hyperbeln.

Vier der 6 Bahnelemente von Planeten, oder . Die Richtung des Bahnknotens (Ω) wird vom gezählt (Näheres siehe ).
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Vier der 6 Bahnelemente von Planeten, Asteroiden oder Kometen. Die Richtung des Bahnknotens (Ω) wird vom Frühlingspunkt gezählt (Näheres siehe Keplerellipse).

Sie lassen sich - bei bewegten Punktmassen im Vakuum - exakt durch 6 Bahnelemente beschreiben:
die Ellipsenform durch ihre 2 Achsen beziehungsweise a, e,
die Bahnebene durch die 2 Winkel i, Ω
und die Ellipsenlage und Zeit durch ω und T.

Die wahren Umlaufbahnen weichen allerdings von diesen idealen "Keplerellipsen" ab, weil sie prinzipiell auch der Gravitationswirkung aller anderen Körper des Systems unterliegen. Solange die Körper weit genug voneinander entfernt sind, bleiben die Differenzen zu den idealisierten Kegelschnitten minimal. Die sog. Bahnstörungen lassen sich durch die "Störungsrechnung" der Himmelsmechanik ermitteln, die auf Gauß und einige seiner Zeitgenossen zurückgeht. Sie modelliert die einzelnen Kräfte und berechnet, wie die momentane Keplerellipse "oskulierend" in die nächste Ellipse übergeht.

Zusätzlich bewirkt jede ungleiche Massenverteilung - wie die Abplattung aller Planeten durch ihre Rotation - ein etwas inhomogenes Gravitationsfeld; es ist insbesondere an Änderungen der Bahnen ihrer Monde zu bemerken. Auch die Allgemeine Relativitätstheorie beschreibt Effekte, welche die Umlaufbahnen geringfügig verändern.

Beispielsweise zeigt der Planet Merkur eine zwar kleine, aber durchaus messbare Abweichung von einer Ellipsenbahn. Er kommt nach einem Umlauf nicht mehr genau auf den Ausgangspunkt zurück, sondern folgt einer Art Rosettenbahn. Diese Bahnbewegung ist mit der Newtonschen Gravitationstheorie nicht zu vereinbaren. Man hat früher versucht, sie durch eine etwas abgeflachte Form der Sonne zu erklären, doch gelingt das nun fast 100prozentig über die Effekte der allgemeinen Relativitätstheorie.

Auch Doppelsterne folgen genähert den Keplerschen Gesetzen, wenn man ihre Bewegung als zwei Ellipsen um den gemeinsamen Schwerpunkt versteht. Nur bei Mehrfachsystemen oder sehr engen Sternpaaren sind spezielle Methoden der Störungsrechnung erforderlich.
Noch größere Instabilitäten weisen die Orbite zweier eng einander umkreisender Neutronensterne auf. Durch die Effekte der Raum-Zeit-Relativität entsteht Gravitationsstrahlung, und die Neutronensterne stürzen (nach langer Zeit) ineinander. Zahlreiche Röntgenquellen am Himmel sind auf diese Weie zu erklären.

Als die Physiker um die Jahrhundertwende begannen, die Bahnen der Elektronen im Atom zu berechnen, setzten sie mit einem Planetensystem im Kleinen an. Die ersten Modelle waren Keplerbahnen der Elektronen um den Atomkern.
Allerdings erkannte man bald, dass Elektronen, die um den Kern kreisen, gemäß den Maxwellgleichungen Elektromagnetische Wellen aussenden und wegen der so abgestrahlten Energie in Bruchteilen von Sekunden in den Atomkern stürzen müssten. Dies war eines der Probleme, die schließlich zur Entwicklung der Quantenmechanik führten.


Erdumlaufbahnen

Die meisten Raumflüge finden in niedrigem Orbit (einige 100 km) um die Erde statt (z.B. Space-Shuttle-Missionen). Von besonderer Bedeutung ist aber auch die geostationäre Bahn in 36.000 km Höhe. Satelliten in diesem Orbit stehen relativ zur Erdoberfläche still, was insbesondere für Kommunikationssatelliten von Vorteil ist.

Entgegengesetzte Forderungen werden an Beobachtungssatelliten wie Wettersatelliten oder Spionagesatelliten gestellt. Diese sollen nach Möglichkeit die gesamte Erdoberfläche beobachten können. Deshalb wird hier ein niedriger polarer Orbit gewählt, d.h. der Satellit fliegt ungefähr über die Pole der Erde. Durch diese Bahn können alle Breitengrade erfasst werden, und da sich die Erde unter der Bahnebene durch dreht, kann so nach und nach die gesamte Erdoberfläche untersucht werden.

Arten von Erdorbits

Low Earth Orbit (LEO)

Sonnensynchroner Orbit (SSO)

Medium Earth Orbit (MEO)

Geotransfer Orbit (GTO)

Geostationärer Orbit (GEO)

Eigenschaften der Umlaufbahnen

 GEO MEO LEO
Höhe in km: 36.000 6.000 - 12.000 200 - 3.000
Umlaufzeit in Stunden: 24 5 - 12 1 - 5
Empfangsfenster für Endgerät: immer 2 - 4 Stunden kleiner 15 Minuten
zur globalen Versorgung 3 10 - 12 50 - 70
notwendige Anzahl an Kommunikations-
satelliten:

Eigenschaften

polare Flugbahn eines Satelliten
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polare Flugbahn eines Satelliten

Da die Form eines Orbits weitgehend einer Ellipse entspricht, wird die Flugbahn eines Satelliten über die Lage dieser Ellipse bezüglich des Zentralkörpers beschrieben.

Position der Ellipse bezüglich des Zentralkörpers

Position auf der Ellipse und Form

Umlaufzeit

Die Umlaufzeit eines Orbits ist

T = \sqrt{\frac{4 \pi^2 a^3}{G \left(M_1 + M_2\right)}}

mit


Siehe auch: Bahnbestimmung, Baryzentrum, Himmelsmechanik, Entdeckung des Neptun, Bahnneigung, Gravitationskonstante, Atommodell, Niels Bohr, Bahnstörungen eines Satelliten, orbitale Ebene



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