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Oberleutnant (OLt) bezeichnet den zweitniedrigsten Offizierdienstgrad in deutschen Armeen sowie im Österreichischen Bundesheer und der Schweizer Armee (wobei in der Schweizer Armee die Abkürzung Oblt ist).
Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Oberleutnant zur See. Sanitätsärzte der Bundeswehr durchlaufen diesen Dienstgrad in der Regel nicht. Sie werden direkt vom Leutnant (AIP) (Allgemeinmediziner) oder vom Oberfähnrich (Zahnmediziner) zum Stabsarzt (ranggleich dem Hauptmann) nach Erhalt der Approbation befördert.
In anderen Ländern vielfach als "Leutnant 1. Klasse" (Lieutenant First Class / First Lieutenant 1LT) oder schlicht als "Leutnant" (Lieutenant) im Gegensatz zum "Unter-Leutnant" (Sous-Lieutenant = dt. Leutnant; Second Lieutenant 2LT) benannt. Früher wurde der Oberleutnant als Premierlieutenant bezeichnet.
In der NATO hat der Oberleutnant den "Rankcode" OF-1
Beförderung zum Oberleutnant ist in der Bundeswehr nach frühestens 5 1/2 Jahren Dienstzeit in der Bundeswehr möglich. Verwendung in der Regel als Zugführer oder stellvertretender Kompaniechef, aber auch als Pilot von Transport- und Kampfflugzeugen (Luftwaffe).
Voraussetzung zur Beförderung zum Leutnant ist die Teilnahme an zwei Offizieranwärter-Lehrgängen (insgesamt 12 Monate), die Teilnahme am Einzelkämpferlehrgang I (beim Heer), sowie die bestandene Offiziersprüfung nach dem Offizierlehrgang (6 Monate).
Die Ausbildung zum Oberleutnant ist eine Mischung aus Theorie und Praxis. Die praktische Ausbildung richtet sich nach der Verwendung (z.B. Pilot bei der Luftwaffe).
Auf die Offiziersprüfung kann zuvor die Versetzung u.a. zu den Bundeswehr-Hochschulen in Hamburg und München erfolgt sein. Oberleutnante sind daher oft Akademiker mit einem staatlich anerkannten Hochschulabschluß.
Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Bundeswehr zwei silberne vierzackige Sterne (Feldanzug auch schwarz; Marine: zwei mittelbreite Streifen), beim Bundesheer zwei goldene sechszackige Sterne und bei der Schweizer Armee zwei schmale Streifen.
Im Bundeswehralltag verkehren Offiziere getrennt von den Truppen in eigenen Gaststätten (Offizierheime, OHG) und schlafen manchmal nicht in Truppenunterkünften, sondern in Offizier-Wohnheimen. Den Umgang untereinander bestimmt auch ein - weitgehend - unbeschriebener Kodex, der das soziale Verhalten bestimmt und regelt. Dieser Kodex ergänzt die Bestimmungen im Soldatengesetz (z.B. "Kameradschaftspflicht").
Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee Befehle erteilen.
Siehe auch: Offiziersdienstgrade bei der Bundeswehr, Dienstgrade in der Schweizer Armee


