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Beim Morbus Addison handelt es sich einfach gesagt um eine Unterfunktion der Nebennierenrinde. Diese ist ein hormonproduzierendes Organ, das der Niere am oberen Pol aufliegt. In der Nebenniere werden verschiedene Hormone gebildet, unter anderem auch das Kortisol. Kortisol entspricht dem vom Körper selbst produzierten Kortison. Das ist ein lebenswichtiges Hormon, das Stoffwechselvorgänge des Menschen reguliert. Die Bildung des Kortisols wird von dem Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) gesteuert, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird. Dieses wiederum wird vom übergeordneten Hypothalamus (einer speziellen Hirnregion) gesteuert. Je weniger Kortison im Blut vorhanden ist, desto mehr ACTH wird abgegeben, um die Produktion in den Nebennieren zu fördern. Weitere Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden, sind das Aldosteron, das für den Wasserhaushalt sowie die Regulation der Konzentration von Natrium und Kalium im Blut wichtig ist, sowie weibliche und männliche Sexualhormone.
Benannt nach dem englischen Arzt Thomas Addison.
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Es gibt zwei Arten der Unterfunktion der Nebennierenrinde:
Durch den niederen Kortisolspiegel im Blut wird in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) vermehrt ACTH gebildet. Die Zellen der Hypophyse, die für die ACTH-Produktion verantwortlich sind, produzieren noch ein zweites Hormon, das MSH (Melanozytenstimulierendes Hormon), welches die in der Haut vorhandenen Melanozyten zur vermehrten Pigmenteinlagerung anregt. Die Haut erscheint dadurch brauner. Das ist der Grund dafür, dass man den primären Morbus Addison auch "braunen" Addison oder "Bronzekrankheit" nennt.
Beschwerden treten erst auf, wenn 90 Prozent der Nebennierenrinde nicht funktionieren. Die Patienten klagen über:
Durch besondere Belastungssituationen, wie z. B. Operationen und Krankheiten, kann sich vor allem ein noch nicht behandelter Morbus Addison plötzlich verschlechtern - es kann sich eine sogenannte Addison-Krise entwickeln. Die Addison-Krise ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch eine Bewußtseinstrübung bis hin zu Koma, Blutdruckabfall, massiver Austrocknung des Organismus, Unterzuckerung und Bauchbeschwerden (Pseudoperitonitis - harter Bauch wie bei einer Bauchfellentzündung) gekennzeichnet ist.
Bei Verdacht auf Morbus Addison wird der Arzt eine Blutuntersuchung veranlassen. Bestimmt werden die Blutspiegel von Natrium, Kalium und Kortisol.
Bei den primären Formen sind Kortisol und Natrium deutlich vermindert, Kalium ist erhöht. Bei den sekundären Formen ist der Natrium- und Kalium-Haushalt weniger betroffen. Anschließend werden Tests durchgeführt, mit denen man überprüft, ob die Nebennierenrinde auf einen Anstieg des ACTH im Blut mit einer entsprechenden vermehrten Kortisonproduktion reagiert. Beim ACTH-Test wird die Kortisonkonzentration vor und nach der Stimulation der Nebenniere mit ACTH überprüft. Ist die Nebenniere gesund, ist der Kortisonspiegel nach Gabe von ACTH erhöht. Wenn man eine Autoimmunerkrankung vermutet, gibt es Suchtests für diejenigen Antikörper, die gegen die Nebennierenrindenzellen gerichtet sind. Mittels einer Ultraschalluntersuchung können Tumore und entzündliche Veränderungen der Nebennieren erkannt werden.
Die Behandlung des Morbus Addison besteht in der Zufuhr der im Körper nicht ausreichend gebildeten Hormone in Form von Tabletten. Bei besonderen Belastungen für den Körper, etwa bei Operationen, muss die Dosis vorübergehend erhöht werden. Eventuell vorliegende Infektionen als Ursache für den Morbus Addison werden mit Antibiotika behandelt, Tumore werden operiert. Eine Addison-Krise verlangt eine intensivmedizinische Überwachung sowie eine Behandlung mit zucker- und kortisonhaltigen Infusionen.
Die fehlenden Hormone müssen lebenslänglich in Form von Medikamenten zugeführt werden.
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