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Korfu

Bild:Karte_Korfu.png
Karte von Korfu

Korfu (griechisch Kerkyra) ist die nördlichste und zweitgrößte der sieben Ionischen Inseln von Griechenland. Sie liegt im Ionischen Meer, dem Teil des Mittelmeers, an den sich im Norden die Adria anschließt. Korfu liegt dabei etwa auf Höhe des italienischen "Stiefelabsatzes" und nähert sich im Norden bis auf 2 km der albanischen Küste. Aufgrund der für griechische Verhältnisse recht üppigen Vegetation wird sie auch "die grüne Insel" genannt. Es gibt einen internationalen Flughafen sowie eine Universität, an der Geschichte, Musik, Sprachen sowie Bibliotheks- und Archivwesen gelehrt werden. Korfu zählt zu den wohlhabendsten Regionen in Griechenland. Der Hauptort ist Korfu-Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Daten

Wetter

Wetterdaten Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Ø Sonnenstunden/Tag 4 5 7 7 9 10 12 11 9 6 4 2
Luft [°C] 14 15 16 19 23 28 31 32 28 23 19 16
Wasser [°C] 13 13 14 15 18 22 23 24 23 21 17 14
Ø Regentage 13 11 9 7 5 2 1 1 5 9 12 15


Tourismus

Korfu ist ein beliebtes touristisches Ferienziel mit vielen Hotels und Campingplätzen. Neben den traditionellen Zielgruppen, ist Korfu auch für Bildungstouristen interessant. Es gibt auf der Insel mehrere Seminarhäuser, die auch deutsch geführt werden. Die Hauptbesucherströme in der Saison kommen aus dem benachbarten Italien. Ein international bekannter Golfplatz (18-Loch par 72-Parcour) ist von April bis Oktober geöffnet. Neben der üblichen Touristengastronomie gibt es auch noch einheimische, traditionelle Tavernen. Auf dem Gipfel des Pantokrator liegt im Winter Schnee, dort befindet sich auch eine Wetterstation. Der Flughafen wird während der Touristik-Saison von Deutschland, je nach Startflughafen, dienstags und/oder samstags angeflogen. Die Flugzeit beträgt ca. 2 Stunden ab München und ca. 3 Stunden ab Hamburg. Während der Saison gibt es nach Korfu häufig besonders günstige Lastminute Angebote, vor allem für Individualreisende, die nur den Flug buchen und eine private Unterkunft (rechtzeitig) vereinbart haben. Es gibt vor allem in der Nebensaison, wie fast überall in Griechenland, sehr viele Möglichkeiten auch ohne vorherige Buchung privat zu wohnen. Außerhalb der Saison fliegen nur Liniengesellschaften über Athen nach Korfu (Lufthansa / Olympic Airlines). Bei der Anreise mit dem Pkw oder dem Motorrad über Italien können verschiedene Fähren von Nord- bis Süditalien genutzt werden. Ein Yachthafen ?Marína? befindet sich in Gouviá, etwa 7 km von Korfú-Stadt entfernt. Dort können an festen Stegen und Schwimmstegen bis zu 1.000 Boote anlegen. Die Liegeplätze nehmen Boote mit bis zu 80 m Länge und 6 m Tiefgang auf. Die mögliche Dauer der Liegezeit beträgt von einem Tag bis zu 20 Jahren.

Die Lebenshaltungskosten liegen in etwa auf deutschem Niveau, vor allem in Korfu-Stadt zum Teil etwas höher. Die Einheimischen in den größeren Orten sprechen etwas Englisch, Deutsch wird eher selten verstanden. Die Versorgung auf der Insel ist gut, es gibt in jedem mittleren Ort einen Kaufmannsladen und nicht ganz so häufig eine Tankstelle. Das griechische Benzin ist von mittlerer Qualität, Super-Plus gibt es selten. Inzwischen sind auf Korfu auch 2 große Lebensmittelmärkte einer sehr bekannten deutschen Discount-Handelskette etabliert, mit gewohntem Angebot und einheimischen Artikeln. Dies hat die Versorgungslage für Individualtouristen bei den z. T. hohen Ladenpreisen in Korfu-Stadt erheblich verändert. Die Reedereien verkaufen auch "Quasi"-Tickets, mit denen deutsche Langzeittouristen nachweisen können, dass sie ihr Fahrzeug nach drei Monaten einmal aus Griechenland ausgeführt haben. Diese ist Voraussetzung, um mit ausländischer Zulassung dort fahren zu dürfen. Die Zulassung eines eigenen Fahrzeuges ist für Ausländer sehr kompliziert. Die Immobilienpreise auf Korfu entsprechen in etwa denen einer deutschen Kleinstadt.

Sehenswürdigkeiten


Der Strand von Glyfada auf der Insel Korfu
Die Insel Korfu (Strand von Glyfada)


Geschichte

Korfu war unter zahlreichen Namen bekannt, u. a. Makria, Scheria oder Scytha. Den griechischen Namen Kerkyra erhielt die Insel der Sage nach von der Nymphe Kerkyra, die vom Meeresgott Poseidon auf die Insel gebracht wurde. Phaiakas, das Kind dieser Verbindung war demnach der Ahnherr der Phäaken, ein gastfreundliches Volk, das den Helden Odysseus auf seiner Reise nach Ithaka aufnahm.

8000- 1000 v. Chr.

Durch Anhebung des Meeresspiegels entsteht die Insel.
Jäger und Sammler besiedeln sie im Neolithikum; in der Bronzezeit wird die Insel erneut besiedelt.

750 v. Chr. - 70 n. Chr.

Die Eretrianer nennen ihre Siedlung auf der Insel nach ihrer Gottheit Kérkura "Corcyra" (Kékyra). Später verdrängen Kriegsflüchtlinge aus Korinth die Eretrianer. In einer mächtigen Seeschlacht zwischen Kérkyra und Korinth wird Kérkyra zur Seemacht. 480 v. Chr. stellte Korfu die zweitgrößte Flotte der Griechen, 60 Schiffe, nahm aber nicht aktiv am Krieg gegen die Perser teil. Der Historiker Thukydides sieht im Konflikt zwischen Korfu und Korinth um die Stadt Epidamnos und dem Schutzbündnis, das die Athener Korfu gewährten, einen der Anlässe für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges. In der Hellenistischen Zeit (ab 300 v. Chr.) war die Unabhängigkeit Korfus bedroht. Die Insel wird von Abenteurern aus Syrakus überfallen und makedonische Könige, gefolgt von illyrischen Piraten nutzen die Insel für Beutezüge gegen römische Handelsschiffe. Mit Zustimmung der illyrischen Königin Teuta wird Korfu die erste römische Provinz in Griechenland. Im 3. Jahrhundert bringen die Heiligen Jason und Sosipater Korfu das Christentum.

395 - 1456

In diesen ca. 1000 besonders bewegten Jahren der Inselgeschichte wechselt die Herrschaft über Kérkyra häufig. Zunächst byzantinisch wird Korfu von den Sarazenen, dem normannischen Herzog von Apulien Robert Guiscard, den Despoten von Espiros, dem neapolitanische Königshaus Anjou und der Republik Venedig erobert. Kulturelle Einflüsse der westlichen Feudalherren verbinden sich mit den einheimischen griechisch-orthodoxenem Traditionen zu einer eigenständigen Kultur.

1537 - 1944

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ist Korfus Geschichte von den Kriegen mit den Türken geprägt. Sie plündern die Insel, doch die alte Festung und Angelókastro trotzen ihnen. Die Venezianer ordnen die Beseitigung der Weingärten und die Pflanzung von Olivenbäumen an. Nach dem Ende der Republik Venedig nimmt Frankreich 1797 die Ionischen Inseln in Besitz. Danach wird Korfu Teil der "Republik der Sieben Vereinigten Inseln" unter britischem Protektorat. Erst am 21. Mai 1864 wird Korfu Teil des geeinten Griechenlands. Im Zweiten Weltkrieg wird Korfu-Stadt von den Italienern und später von den Deutschen schwer bombardiert und weitgehend zerstört.

Seit 1960

Durch den aufkommenden Massentourismus wird der Verfall nach dem Krieg aufgehalten. 1994 ist Korfu Gastgeber des Gipfeltreffens der EU-Mitgliedstaaten.

Verwaltung

In Griechenland gibt es die Selbstverwaltung von Gemeinden erst seit 1982. Vorher wurde der Staat zentral von Athen aus verwaltet. Es ist deshalb für die griechischen Ortsverwaltungen noch relativ schwer mit den neu übertragenen Aufgaben (wie z. B. Bau und Verwaltung von Kindergärten, der Wasserversorgung oder der Müllbeseitigung deren Finanzierung) zurecht zu kommen. Viele Bereiche der kommunalen Verwaltungen werden bereits heute durch europaweit gültige Gesetze geregelt. Das Katasteramt in Griechenland ist zur Zeit im Aufbau und existiert bisher nur in einigen Gegenden (z. B. auf Kos, Korfu und in einigen Bezirken in Athen). Bei beiden Finanzämter der Insel übernehmen Aufgaben, die in Deutschland von dem Finanzamt und der Stadtverwaltung getrennt war genommen werden. Zu den Zuständigkeiten des Amtes (Δ.Ο.Υ.) gehören unter anderem:

Zwei Krankenhäuser befinden sich auf der Insel, eines in Korfu-Stadt, das andere, interessamterweise von deutschen Architekten erbaute, bei Gouviá. Eine Liste mit deutschsprachigen Ärzten ist unten verlinkt.

Beziehung zu Griechenland

Begünstigt durch das, für griechische Verhältnisse recht gemäßigte Sommerklima und durch seine geringe Entfernung zu Italien mit seinen mediterranen Einflüssen steht Korfu eher im Einfluss mitteleuropäischer Kultur als der Süden Griechenlands oder das Festland nördlich von Thessaloniki. Anders als im klimatisch und kulturell eher anatolisch bzw. arabisch beeinflussten Süden bzw. Südosten haben die Bewohner von Korfu so auch ein für griechische Verhältnisse relativ pflichtbewusstes und vor allem in den Sommermonaten geschäftstüchtiges Verhalten angenommen. Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, dass die Korfuioten von den meisten Griechen heute auch häufig, halb im Scherz, halb mit einer gewissen Verachtung, als "nicht richtige Griechen" bezeichnet werden. Während man auf Kreta also durchaus schon einmal zwei Tage auf einen Beamten warten darf, kann es sein, dass man als Tourist auf Korfu nur zwei Stunden Zeit für den Ouzo hat, bis der "αξιωματικός" (Beamte) dann da ist und seinen Dienst verrichtet.

Weblinks

Siehe auch Links auf: "Griechenland" zu Gesundheitswesen, Immobilienerwerb und Leben in Griechenland als Auswanderer.





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