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Konstantinopel

Konstantinopel im 15. Jhdt
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Konstantinopel im 15. Jhdt
Konstantinopel um 1910
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Konstantinopel um 1910

Konstantinopel (von griech.: polis "Stadt" des Konstantin) ist der alte Name der heutigen am Bosporus gelegenen Stadt İstanbul in der Türkei.

Der römische Kaiser Konstantin I., genannt Konstantin der Große, machte die eher kleine griechische Kolonialstadt Byzantion (Byzanz) im Jahre 330 zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches und nannte sie "Nova Roma" (Neu-Rom). Nach seinem Tode benannte man sie zu seinen Ehren in Konstantinopel um. Später wurde sie Hauptstadt des Oströmischen Reiches. Konstantinopel wurde 1204 vom Kreuzfahrerheer des 4.Kreuzzuges erobert und bei der zum Exzess ausartenden Plünderung fast vollständig zerstört; es wurde zum Sitz eines völlig von Venedig abhängigen "Lateinischen Kaiserreiches". Erst 1261 konnten die Griechen die Stadt zurückerobern. Nach der Eroberung der Stadt durch die Türken am 29. Mai 1453 wurde sie Hauptstadt des osmanischen Reichs.

Dem oströmischen Reich im allgemeinen und Konstantinopel im speziellen ist die Rettung und Bewahrung eines großen Teils der antiken Literatur und Philosophie zu verdanken. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches verschwand ein Großteil der schriftlichen Hinterlassenschaften antiker Dichter, Geschichtsschreiber und Philosophen im westlichen Abendland. Im Mai 1453 wurde Konstantinopel von den Truppen des osmanischen Herrschers Sultan Mehmed II. dem zweiten erobert. Dieser sah sich als Nachfolger des byzantinischen Kaisers an und machte deshalb Konstantinopel zum Zentrum des osmanischen Reiches. Aus Konstantinopel wurde im Volksmund Istanbul, das bis 1923 Hauptstadt des Osmanischen Reiches war.

Wegen der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen flüchteten viele griechische Intellektuelle; teilweise nach Kreta, aber auch nach Westeuropa und vor allem Norditalien. Sie nahmen auf ihrer Flucht viele erhalten gebliebene Kopien antiker Schriftstücke mit. Diese verbreiteten sich durch die ungefähr gleichzeitig erfundene Buchdruck-Kunst schnell in Norditalien und lösten eine Welle der "Wiederentdeckung" antiker Denkmodelle und Vorstellungen aus. Diese Wiederentdeckung beschleunigte den vielschichtigen Prozess, der heute als Renaissance bezeichnet wird.

Am 28. März 1930 wurde Konstantinopel auch offiziell in İstanbul umbenannt. Dieser Name war aber von der Türkisch sprechenden Bevölkerung schon längere Zeit im Alltag bevorzugt worden. Nur im griechischen und osteuropäischen Sprachraum wird der Name Konstantinopel auch heute weiterhin verwendet.


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