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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Kiel. Weiteres siehe: Kiel (Begriffsklärung).
| Wappen | Karte |
|---|---|
![]() Wappenabbildung auf ngw.nl |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 114 km² |
| Einwohner: | 229.044 (25.8.2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 2.016 Einwohner je km² |
| Höhe: | 0 bis 74,2 m ü. NN |
| Vorwahl: | 0431 |
| Postleitzahl: | 24000 - 24159 (alt: 2300) |
| Geografische Lage: | 54º 19' n. Br. 10º 08' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | KI |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 02 000 |
| Stadtgliederung: | 18 Ortsbezirke mit 30 Stadtteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Fleethörn 9 24103 Kiel |
| Offizielle Website: | www.kiel.de |
| E-Mail-Adresse: | rathaus@lhstadt.kiel.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeisterin: | Angelika Volquartz (CDU) |
| Stadtpräsident: | Dr. Arne Wulff (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU/Grüne |
Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ist eine kreisfreie Stadt im Osten des Landes an der Ostsee (Kieler Förde). Sie ist die größte Stadt sowie, neben Lübeck, Flensburg und Neumünster, eines der vier Oberzentren des Bundeslandes. Ferner ist Kiel eine traditionsreiche Universitätsstadt mit starkem Bezug zum Meer in den Bereichen Marine, Schiffbau, Segeln und Meeresforschung. Nächst gelegene größere Stadt ist die Freie und Hansestadt Hamburg, ca. 87 km südwestlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Kiel überschritt im Zuge des Ausbaus als Reichskriegshafens um das Jahr 1900 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
| Inhaltsverzeichnis |
Kiel ist einer der wichtigsten Naturhäfen an der Ostsee an der Kieler Förde. Durch Kiel verläuft die Wasserscheide von der Nordsee zur Ostsee. So berührt ebenso wie die Schwentine der Fluss Eider, der in die Nordsee mündet, Kieler Stadtgebiet, außerdem endet der Nord-Ostsee-Kanal im Stadtteil Kiel-Holtenau. Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht direkt in die Holsteinische Schweiz über.
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Kiel (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten, an der Ostküste der Kieler Förde, genannt):
Kreis Plön: Mönkeberg, Schönkirchen, Klausdorf und Raisdorf (alles amtsfreie Gemeinden) sowie Pohnsdorf, Honigsee und Boksee (alle Amt Preetz-Land)
Kreis Rendsburg-Eckernförde: Flintbek (Amt Flintbek), Molfsee und Mielkendorf (Amt Molfsee), Melsdorf und Ottendorf (Amt Achterwehr), Kronshagen
(amtsfreie Gemeinde), Neuwittenbek und Felm (Amt Dänischer Wohld), Altenholz (amtsfreie Gemeinde) ,
Dänischenhagen (Amt Dänischenhagen) und
Strande (Amt Dänischenhagen)
Das Stadtgebiet Kiels ist in 30 Stadtteile eingeteilt. Meistens bilden ein oder mehrere Stadtteile zusammen einen der insgesamt 18 Ortsbezirke mit je einem Ortsbeirat. Diese Gremien werden von der Ratsversammlung (Gemeinderat) der Gesamtstadt nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt und sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Sie können auch Anträge, die den Stadtteil betreffen, an die Ratsversammlung stellen, damit diese dort beraten bzw. beschlossen werden.
Die Ortsbezirke mit ihren zugehörten Stadtteilen und deren amtlicher Nummer:
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Kiel inkl. Hammer eine Fläche von insgesamt 1.997 ha. Ab 1869 wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Kiel eingegliedert:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1869 | Brunswik | 277 |
| 1893 | Wik | 560 |
| 1901 | Gaarden-Ost | 311 |
| 1909 | Projensdorf | 229 |
| 1910 | Gaarden-Süd | 618 |
| 1910 | Hassee | 369 |
| 1910 | Ellerbek | 89 |
| 1910 | Wellingsdorf | 420 |
| 1910 | Hasseldieksdamm | 293 |
| 1922 | Holtenau | 515 |
| 1922 | Pries | 376 |
| 1922 | Friedrichsort | 132 |
| 1923 | Kronsburg | 69 |
| 1924 | Neumühlen-Dietrichsdorf | 400 |
| 1939 | Elmschenhagen | 655 |
| 1958 | Suchsdorf | 760 |
| 1959 | Schilksee | 606 |
| 1963 | Mettenhof | 158 |
| 1970 | Russee | 398 |
| 1970 | Meimersdorf | 766 |
| 1970 | Moorsee | 557 |
| 1970 | Wellsee | 501 |
| 1970 | Rönne | 479 |
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1300 | ca. 1.000 |
| 1450 | ca. 2.000 |
| 1750 | ca. 4.000 |
| 1834 | 11.620 |
| 1848 | ca. 18.000 |
| 1871 | ca. 32.000 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 37.246 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 69.172 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 85.666 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 107.938 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 211.627 |
| 1918 | ca. 243.000 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 213.881 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 218.335 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 275.479 |
| 1942 | ca. 306.000 |
| Mai 1945 | ca. 180.000 |
| 13. September 1950 ¹ | 257.455 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 273.284 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 271.719 |
| 30. Juni 1975 | 263.000 |
| 30. Juni 1980 | 250.400 |
| 30. Juni 1985 | 245.300 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 237.767 |
| 30. Juni 1997 | 242.300 |
| 31. Dezember 2003 | 229.901 |
¹ Volkszählungsergebnis
Die Bevölkerung der Stadt Kiel gehörte anfangs zum Erzbistum Bremen bzw. dessen Suffragan-Bistum Schleswig. Ab 1526 wurde durch den Landesherrn die Reformation eingeführt. 1534 mussten die Katholiken auf die einzige Pfarrkirche der Stadt (daneben gab es noch eine weitere Kirche) verzichten. Bereits vier Jahre zuvor war das Franziskanerkloster in Kiel geschlossen worden. Danach war Kiel über eine lange Zeit eine protestantische Stadt, die zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein gehörte, welche sich 1977 mit anderen Landeskirchen zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vereinigte. Heute gehören die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt - sofern sie nicht Mitglied der Selbständigen Evangelisch-lutherischen Kirche sind - zum Kirchenkreis Kiel innerhalb des Sprengels Holstein-Lübeck.
Evangelisch-Freikirchliche Christen (Baptisten) gibt es in Kiel seit 1859. Die eigentliche Gemeindegründung erfolgte 1872. Weitere Freikirchen in der Fördestadt sind die Methodisten, die Freie evangelische Gemeinde, die Pfingstkirche und die Adventisten.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Im Jahre 1891 wurde die erste katholische Pfarrkirche seit der Reformation erbaut. Die Gemeindeglieder Kiels gehörten zum damals bestehenden "Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen". 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg, zu dem die Stadt Kiel nunmehr gehört. Offiziell errichtet wurde das Erzbistum Hamburg allerdings erst am 7. Januar 1995. Die Pfarrgemeinden der Stadt Kiel gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Kiel.
Heute ist die Bevölkerung Kiels zu ca. 48% evangelisch und zu 7% katholisch. Insgesamt gibt es 36 evangelische und 12 katholische Kirchen.
Die Geschichte der Juden in Kiel beginnt erst relativ spät, Ende des 17. Jahrhunderts. Es ist der Politik König Christians VII. zu verdanken, dass sich der Kieler Magistrat mit seiner zunächst judenfeindlichen Haltung nicht durchsetzte und Juden sich schließlich in Kiel ansiedeln konnten. 1782 wurde das ehemalige Kaffeehaus der Universität in der Kehdenstraße 12 das erste jüdische Bethaus der Stadt (existiert nicht mehr), bis die Gemeinde 1869 in die größere, dreistöckige Synagoge in der Haßstraße umzog (Teil des Erdgeschosses als Ruine bis heute erhalten). Diese Synagoge wurde aber bald zu klein, so dass man 1910 in den großen Neubau an der Ecke Humboldtstraße/Goethestraße umzog. 1933 hatte die Gemeinde etwa 600 Mitglieder. Diese letzte Synagoge wurde in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 ("Reichskristallnacht") zerstört, nur ein 1989 errichtetes Denkmal erinnert noch an sie. Bis 1938 hatte ungefähr die Hälfte der Kieler Juden die Stadt verlassen, nach der Pogromnacht, in der neben der Synagoge auch jüdische Geschäfte zerstört und enteignet wurden, nahm die Abwanderung weiter zu, bis dieser Weg 1939 durch den Kriegsausbruch auch versperrt wurde. Die meisten Kieler Juden wurden daraufhin in die Vernichtungslager deportiert und ermordet, nur wenige haben überlebt. 1961 lebten in Kiel noch 27 Juden, mit abnehmender Tendenz, so dass die Verwaltung der jüdischen Belange für Schleswig-Holstein Ende der 1960er Jahre an die Jüdische Gemeinde in Hamburg übertragen wurde.
Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und der damit möglichen Auswanderung dortiger Juden begann sich die Situation grundlegend zu ändern. Deutschland wurde eines der beliebtesten Länder für die jüdische Zuwanderung, hier gibt es momentan die am schnellsten wachsende jüdische Bevölkerung der Welt. So nahm auch in Kiel die Zahl der Juden wieder zu, so dass eine andere Form der Betreuung notwendig wurde. 1995 wurde in Kiel das „Jüdische Bildungs-, Kultur- und Sozialwerk“ gegründet und eine jüdische Sozialarbeiterin eingestellt. Da es in dieser Zeit keine jüdische Gemeinde in Kiel gab, war das Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg unterstellt und von ihr abhängig. 1997 lud der neu berufene Kantor die ca. 250 Juden in Kiel zum ersten jüdischen Gottesdienst nach der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938 ein. Seit Ende der 1990er Jahre gibt es das Kieler Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Hamburg, es gibt regelmäßige Gottesdienste am Schabbat und an den Festtagen sowie die unverzichtbare soziale Betreuung. Heute (2004) leben in Kiel ca. 350 bis 400 der Gemeinde bekannte Juden.
Durch diese Entwicklung angestoßen, gründete sich am 18. April 2004 die „Jüdische Gemeinde Kiel“ und trat dem 2002 gegründeten "Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein" bei, um das jüdische Angebot in Kiel zu erweitern und auf eigenverantwortliche Beine zu stellen. Der 1998 noch mit der Jüdischen Gemeinde in Hamburg geschlossene Staatsvertrag des Landes Schleswig-Holstein wurde 2004 gekündigt, um ihn entsprechend den neuen Verhältnissen anzupassen.
Weiterhin ist in Kiel die Neuapostolische Kirche mit 6 Gemeinden im Stadtgebiet vertreten.
Seit 1978 ist ebenfalls eine muslimische Gemeinde ansässig, die 2004 ihre Moschee weihen konnte.
An der Spitze der Stadt Kiel stand ursprünglich ein Vogt, der vom Landesherrn eingesetzt wurde. Daneben gab es schon sehr früh einen Rat, der nach 1315 immer mehr die tatsächliche Macht in der Stadt ausübte. Der Gemeinderat in Kiel wird heute als Ratsversammlung bezeichnet.
Vorsitzender des Rates war der Bürgermeister. Später gab es auch mehrere Bürgermeister. Nach dem Übergang an Preußen wurde in ganz Schleswig-Holstein 1867 die preußische Städteordnung eingeführt. An der Spitze der Stadt stand dann ein Oberbürgermeister.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schleswig-Holstein Teil der britischen Besatzungszone. Die Militärregierung führte 1946 eine zweigleisige Verwaltungsspitze ein. Danach gab es zunächst einen Oberbürgermeister als Vorsitzenden des Rates und daneben einen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung. Die schleswig-holsteinische Gemeindeordnung von 1950 übertrug dem Leiter der Verwaltung jedoch wieder den traditionellen Titel Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister und führte für den Vorsitzenden des Rates bei größeren Städten - so auch in Kiel - die neue Bezeichnung Stadtpräsident ein.
Kiels derzeitige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) wurde 2003 direkt gewählt und ist die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der Stadt.
Die CDU stellt derzeit mit 24 Räten die größte Fraktion im Stadtrat. Die SPD stellt 18 Räte, Bündnis 90/Die Grünen 7, wodurch die CDU keine Mehrheit hat. Daher wurde im Juni 2003 ein Kooperationsvertrag zwischen der CDU und den GRÜNEN geschlossen.
Stadtoberhäupter 1867-1946
Vorsitzende des Rates seit 1946
Leiter der Verwaltung seit 1946
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