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Dieser Artikel befasst sich mit der Großstadt Kassel in Nord-Hessen, andere Bedeutungen unter Kassel (Begriffsklärung).
| Wappen | Karte |
|---|---|
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 107 km² |
| Einwohner: | 194.322 (24.06.2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.824 Einwohner je km² |
| Höhe: | 133 m ü. NN (Fulda) bis 615 m ü. NN (Hohes Gras) Innenstadt bei 163 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 34117 - 34134 (alt: 3500) |
| Vorwahl: | 0561 |
| Geografische Lage: | 51° 19' n. Br. 09° 30' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | KS |
| Gemeindekennzahl: | 06 6 11 000 |
| Stadtgliederung: | 23 Ortsbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Obere Königsstraße 8 34117 Kassel |
| Offizielle Webseite: | www.stadt-kassel.de |
| E-Mail-Adresse: | info@stadt-kassel.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Georg Lewandowski (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU -
Grüne "Kooperation" seit Okt. 2003 |
Kassel (bis 1926 amtlich "Cassel") ist die größte Stadt in Nordhessen und nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen.
Kassel ist Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel und liegt relativ zentral in Deutschland, etwas nordwestlich des geografischen Mittelpunktes Deutschlands, nahe der Grenze zu Niedersachsen in einem Talkessel an der Fulda und unter anderem an der Autobahn- beziehungsweise Eisenbahnhauptverbindung Hannover - München A7 .
Nächst größere Städte sind Hannover, etwa 164 km nördlich, Dortmund, etwa 165 km westlich und Frankfurt am Main, etwa 190 km südlich von Kassel. Kassel bildet eines der 9 Oberzentren des Landes Hessen.
International bekannt ist Kassel vor allem durch die Kunstausstellung documenta, die seit 1955 alle 4-5 Jahre für 100 Tage dort stattfindet, zuletzt im Jahre 2002; aus diesem Grund nennt sich Kassel seit März 1999 documenta-Stadt. Die Stadt Kassel bewirbt sich für das Jahr 2010 um den Titel der Kulturhauptstadt Europas. Die Einwohnerzahl der Stadt Kassel überschritt um das Jahr 1899 die 100 000-Grenze, wodurch sie zur Großstadt wurde.
| Inhaltsverzeichnis |
Kassel liegt im sog. "Kasseler Becken", einer Senke, die von der Fulda und den im Stadtgebiet mündenden Nebenflüssen und Bächen (Ahne, Drusel, Geile, Döll, Losse, Nieste und Wahle) durchflossen wird. Die Senke wird am linken Ufer der Fulda von den Ausläufern des Habichtswaldes im Westen und Süden und von den Ausläufer des Reinhardswaldes im Norden sowie am rechten Ufer vom Kaufunger Wald und der Söhre umrandet.
Das Bild der Innenstadt wird geprägt durch den Neuaufbau nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges. An den Stadtrandlagen wachsen die Wohnbebauungen der umliegenden Gemeinden (insbesondere Vellmar, Kaufungen, Lohfelden und Baunatal) immer näher an das Stadtgebiet heran.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kassel. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle - mit Ausnahme von Staufenberg, das Teil des Landkreises Göttingen in Niedersachsen ist - zum Landkreis Kassel:
Ahnatal, Vellmar, Fuldatal, Staufenberg, Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Fuldabrück, Baunatal, Schauenburg, Habichtswald.
Das Stadtgebiet von Kassel ist in 23 Ortsbezirke eingeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Ortsbeiräte werden alle 5 Jahre von der Bevölkerung der Ortsbezirke direkt gewählt. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt Kassel. Innerhalb der Ortsbezirke gibt es zum Teil noch Stadtteile oder Siedlungen mit eigenem Namen, etwa Mulang oder Osterberg.
Stand 2003: Kasseler Stadtgebiet: insgesamt 106,8 km²
Die erste urkundliche Erwähnung von Kassel (damals unter dem Namen Chassalla, abgeleitet von Kastell) findet sich 913. Bereits vor 1189 erhält Kassel das Stadtrecht. Landgraf Heinrich I. von Hessen nimmt im Jahre 1277 hier seine Residenz und macht Kassel damit zur Hauptstadt Hessens.
1567 wird nach dem Tod Philipps von Hessen im sogenannten Vierbrüdervergleich aus der Hälfte des hessischen Territoriums die Landgrafschaft Hessen-Kassel errichtet, weiterhin entstehen die Landgrafschaften Hessen-Marburg, Hessen-Rheinfels und Hessen-Darmstadt. Nach dem Erlöschen zweier Linien bestehen ab 1604 noch Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt mit den gleichnamigen Haupt- und Residenzstädten.
1685 werden in Kassel etwa 1700 Hugenotten aufgenommen und für sie die Oberneustadt nach den Plänen des Architekten du Ry errichtet.
1803 behält Kassel die Hauptstadtfunktion in der zum Kurfürstentum Hessen erhobenen vormaligen Landgrafschaft Hessen-Kassel bei. Das Kurfürstentum verschwindet mit der französischen Invasion 1807 zunächst wieder von der Landkarte. Kassel ist in der sogenannten Franzosenzeit Hauptstadt des von Napoleons Bruder Jérôme regierten Königreich Westphalen.
1813 ist Kassel wieder Haupt- und Residenzstadt des wieder hergestellten Kurfürstentums Hessen. Hier bildet Kassel einen Stadtkreis und ist gleichzeitig Sitz des Landkreises Kassel. Ab 1831 nimmt der kurhessische Landtag im Ständehaus am heutigen Ständeplatz seinen Sitz.
1866 wird das Kurfürstentum Hessen von Preußen besetzt, welche es mit dem ebenfalls okkupierten Herzogtum_Nassau und der besetzten Freien Reichsstadt Frankfurt zur Provinz Hessen-Nassau vereinigt. Kassel verliert seine Funktion als Residenzstadt, wird aber Sitz des Oberpräsidenten der neuen Provinz. Gleichzeitig wird die Stadt Hauptstadt eines Regierungsbezirks und bleibt Sitz des nunmehr preußischen Landkreises Kassel. Sie selbst bleibt kreisfrei.
1868 wird in Kassel die Deutsche Landsmannschaft gegründet.
1870 wird Napoleon III. nach der Kapitulation am 2. September, als Gefangener im Schloss Wilhelmshöhe inhaftiert.
Ab 1891 ist Kassel Sommerresidenz des Deutschen Kaisers (bis 1918). Die Stadt darf daher in jener Zeit wieder ihren bis 1866 geführten Titel "Haupt- und Residenzstadt" führen.
Um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert überschreitet die Einwohnerzahl der Stadt die 100.000-Grenze, Kassel ist Großstadt. Von 1902 ab (bis zur Stillegung 1966) verbindet die Herkulesbahn den Kasseler Westen mit dem Habichtswald.
1933, in der Zeit des Nationalsozialismus wird Kassel "Gauhauptstadt" des NSDAP-Gaues Kurhessen.
Am Abend des 7. November 1938 werden die Synagoge und andere jüdische Einrichtungen in Kassel verwüstet, 2 Tage vor dem 9. November, dessen Pogrome als Reichskristallnacht in die deutsche Geschichte eingehen.
Am 22. Oktober 1943 wird die Kasseler Innenstadt durch einen Luftangriff nahezu komplett zerstört. Etwa 10.000 Menschen kommen in den Flammen und Trümmern um, über 80% der Stadt werden zerstört, darunter fast die komplette fachwerkliche Altstadt. Am Ende des 2. Weltkriegs fällt die Stadt zusammen mit der ganzen Provinz Hessen-Nassau unter amerikanische Besatzungsmacht. Diese bilden das neue Land Hessen. Kassel bleibt Sitz des Regierungsbezirks und des Landkreises Kassel und wird auch weiterhin als kreisfreie Stadt innerhalb des neuen Landes geführt.
1949 bewirbt sich Kassel, neben Bonn, Frankfurt am Main und Stuttgart, um den Sitz des Bundestages. Am 29. November 1949 wird jedoch Bonn mit 200 gegen 176 Stimmen vom Bundestag zur provisorischen Bundeshauptstadt gewählt.
Als "Entschädigung" wird Kassel 1954 Sitz sowohl des Bundesarbeitsgerichts wie des Bundessozialgerichts. 1999, im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, wird das Bundesarbeitsgericht nach Erfurt verlegt.
Am 21. Mai 1970 treffen sich, als Gegenbesuch zum Treffen am 19. März in Erfurt, Bundeskanzler Willy Brandt und der stellvertretende Vorsitzende des Staatsrats Willi Stoph in Kassel. Dies sind die ersten deutsch-deutschen Treffen auf Regierungsebene. Die von Willi Brandt in Kassel als Vorentwurf für ein zu schließendes Abkommen vorgelegten 20 Punkte bildeten den Rahmen für den am 21. Dezember 1972 unterzeichneten Grundlagenvertrag.
Kassel war bislang zweimal Austragungsort der Bundesgartenschau. 1955 fand diese in der Karlsaue und 1981 in der Karls- und Fuldaaue statt.
Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Kassel eingegliedert wurden.
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
| 1899 | Wehlheiden | 372 |
| 1906 | Wahlershausen, Kirchditmold, Rothenditmold, Bettenhausen | 1.770 |
| 1926 | Gutsbezirk Fasanenhof | 142 |
| 1928 | Gutsbezirk Oberförsterei Kirchdetmold, Wilhelmshöhe, Kragenhof, Oberförsterei Elend |
2.968 |
| 1936 | Waldau, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen, Harleshausen, Wolfsanger |
2.483 |
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
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¹ Volkszählungsergebnis ² Webseite Kassel
Kassel gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. 1526 führte Landgraf Philipp d. M. in Hessen die Reformation ein. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verordnete der Landgraf von Hessen-Kassel, Moritz der Gelehrte, das reformierte Bekenntnis. Ab 1731 wurde auch den Lutheranern ein eigener Gottesdienst und ein eigener Geistlicher zugestanden, weil sich Hessen seinerzeit mit dem lutherischen Schweden verbündet hatte. Die Kirchenverwaltung der (reformierten) Kirche in Hessen befand sich in Kassel, doch wurden später innerhalb des Landes Hessen-Kassel weitere Konsistorien (Kirchenverwaltungsbehörden) eingerichtet (1704 in Marburg, später auch in Hanau). Die Kasseler Behörde verwaltete die reformierten Gemeinden. Erst nach dem Übergang des Kurfürstentums Hessen an Preußen (1866) wurde 1873 ein einheitliches Konsistorium für den gesamten Regierungsbezirk Kassel innerhalb der Provinz Hessen-Nassau eingerichtet (dagegen richtete sich die Hessische Renitenz). Die später mit "Evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel" benannte Kirche vereinigte sich 1934 mit der Evangelischen Landeskirche in Waldeck zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Kirchengemeinden Kassels - sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören - zu den Kirchenkreisen Kassel-Mitte, Kassel-Ost und Kassel-West (ab 1. Januar 2005: Stadtkirchenkreis Kassel) des Sprengels Kassel.
1907 kam es in der Folge von Predigten des Evangelisten Heinrich Dallmeyer zu einer Erweckungsbewegung, deren Auswüchse zur Ablehnung der aufkommenden Pfingstbewegung durch die evangelikale Gemeinschaftsbewegung führt.
Ab 1731 gab es auch wieder katholische Gemeindeglieder in Kassel und ab 1776 wurden auch wieder Gottesdienste zugelassen, zumal der damalige Landgraf Friedrich II.. selbst katholisch geworden war. Der Anteil der Katholiken vergrößerte sich danach stets, so dass sich bald auch wieder eigenständige Pfarrgemeinden bildeten. Diese gehören seit 1821 zum Bistum Fulda. Innerhalb dieser Diözese gehören sie heute zum Dekanat Kassel innerhalb der gleichnamigen Region.
An der Spitze der Stadt Kassel stand der Rat. Die Bürgermeister vertraten die Gemeinde gegenüber dem Rat. Die Zahl der Bürgermeister schwankte zwischen 4 und 8. Sie wurden von den Zünften und der übrigen Bürgerschaft bestellt. Die Bürgermeister hatten Sitz und Stimme im Rat und überwachten das Finanz- und Steuerwesen der Stadt. Im Königreich Westfalen standen ein "Maire" und ein "Munizipalrat" nach französischem Vorbild an der Spitze der Stadt. In kurhessischer Zeit trat 1834 die hessische Gemeindeordnung in Kraft. Danach hatte Kassel einen Oberbürgermeister und einen Bürgermeister als leitenden und vollziehenden Beamten neben dem Stadtrat als mitverwaltende Instanz.
(seit 1821)
Blasonierung: Das Wappen zeigt in Blau einen silbernen Schrägrechtsbalken. Im linken Obereck 6 und im rechten Untereck 7 schräglinks gestellte silberne Kleeblätter. Die Stadtfarben sind Weiß-Blau.
Beschreibung: Die Kleeblätter als Stadtzeichen sind schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar und zwar als Wasserzeichen von Papier. Auch der Schrägbalken, der früher auch als Wellenbalken zu sehen war, ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und bezieht sich wohl auf die Lage an der Fulda, womit man von einem "redenden" Wappen spricht. Offensichtlich ging in Kassel schon sehr früh eine bedeutende Brücke über den Fluss, weshalb er für die dortige Siedlung so bedeutend war, dass man ihn als Symbol in das Stadtwappen aufnahm. Weshalb gerade 13 Kleeblätter abgebildet sind, lässt sich nicht historisch belegen.
Kassel unterhält Partnerschaften mit folgen Städten:
Als ehemalige Residenzstadt wurde Kassel später Verwaltungs- und Behördensitz. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es vor allem Maschinenbau, speziell Lokomotiv- und Waggonbau sowie Rüstungsindustrie (Henschel, Wegmann, Credé); Komponenten des Transrapid wurden in Kassel gefertigt. Kassel ist zudem die Stadt in Deutschland mit der höchsten Sozialhilfeempfängerqoute.
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