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Kamerun

---Sidenote START---
République du Cameroun
Republic of Cameroon
Republik Kamerun
(Details)
Wahlspruch: Paix, Travail, Patrie
frz., "Friede, Arbeit, Vaterland"
Amtssprache Französisch, Englisch
Hauptstädte Yaoundé ist die politische Hauptstadt, und Douala ist die wirtschaftliche Hauptstadt
Staatsform Präsidialrepublik
Präsident Paul Biya
Premierminister Ephraim Inoni
Fläche 475.440 km²
Einwohnerzahl 16.063.678 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 33,8 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Frankreich am 1. Januar 1960
Währung CFA-Franc
Zeitzone UTC+1
Nationalhymne Chant de Ralliement
Kfz-Kennzeichen CAM
Internet-TLD .cm
Vorwahl +237
Karte von Kamerun

Kamerun (franz.: Cameroun, engl.: Cameroon) liegt in Zentralafrika und grenzt an Nigeria, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun und Äquatorialguinea.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Das Landesinnere besteht vorwiegend aus flachen Plateaus, die sich nach Norden zum Adamawa-Hochland erheben und dann allmählich wieder zur Niederung des Tschadsees im äußersten Norden abfallen. Der Westen ist von vulkanischem Gebirge bestimmt, das in Küstennähe vom aktiven Vulkan und der höchsten Erhebung Westafrikas, dem Kamerunberg, überragt wird. Die südlichen Plateaus sind mit Regenwald bedeckt und senken sich zu breiten Ebenen in der Küstengegend ab.

Das Klima ist tropisch mit niederschlagsreichen Regenperioden und hohen Temperaturen, die in den Höhenlagen gemildert sind. Im Norden des Landes, beim Tschadsee, ist das Klima trocken. Das tropische Klima insgesamt lässt eine Unterteilung in drei regionale Klimazonen zu. Im Norden des Landes ist es wechselfeucht mit einer Trockenzeit von Oktober bis April und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von ca. 700 mm im Jahr. Hier liegen Kameruns Anteile am Tschadbecken mit Sumpfgebieten. Die Zeit, in der der geringe Niederschlag fällt, erstreckt sich von Juli bis September. Die mittlere Temperatur liegt bei 32,2° Celsius. Aufgrund der hohen Temperaturen und den dazu im Gegensatz stehenden geringen Niederschlägen liegt in diesem Raum eine mittlere Dürrewahrscheinlichkeit (alle zwei bis fünf Jahre) vor. Im sich nach Süden anschließenden inneren Hochland (1000 1500 m ü.d.M.) erreicht die Temperatur durchschnittlich 22 °C im Jahr und es fallen Niederschläge von 1500 bis 1600 mm jährlich. Hier vollzieht sich der Wechsel von den Savannen des Nordens zum Regenwald des Südens. Das folgende Westkameruner Bergland weist konstante Niederschläge zwischen 2.000 und 11.000 mm auf. Die Gegend an den südlichen Ausläufen des Kamerunbergs hat durchschnittliche Niederschlagsmengen von 11.000 mm und gehört deswegen zu den regenreichsten Gebieten der Welt. In diesen beiden Region kommt es zu einer „Trockenzeit“ zwischen Dezember und Februar, wobei auch diese Zeit nicht vollständig ohne Niederschläge bleibt. Die Küstenebene im Süden hat äquatoriales Klima mit Niederschlägen zwischen 1.500 und 2.000 mm und einer Durchschnittstemperatur von 25°Celsius. Hier gibt es dichten tropischen Regenwald. Die trockeneren Monate sind Dezember und Januar. Um den Naturraum Kamerun zusammenfassend zu kennzeichnen, läßt sich sagen, daß Kamerun ein "Afrika" im kleinen darstellt. Bei den in Kameruns Süden und Mitte vorkommenden Böden handelt es sich um ferrallitische Böden, also um Böden der immerfeuchten Tropen. Im Norden, dem Bereich der Trocken- und Dornensavanne liegen typische rotbraune und rote Böden der Trockensavanne vor.

Bevölkerung

Ethnisch gliedert sich Kamerun in mehr als 100 verschiedene Volks- und Sprachgruppen. Im Süden leben Bantu (Duala, Pangwe-Fang, Bassa u. a.), im Mittelteil und im Norden Semibantu (Bamileke, Bamum, Tikar) und Sudanvölker (Massa, Mundang, Fulbe u. a.); der südliche Regenwald ist Lebensraum einiger Tausend Pygmäen. Die europäische Minderheit besteht meist aus Franzosen. Am dichtesten besiedelt sind das Grasland der Bamileke, die Küstenprovinz um die Hafenstadt Duala und das Gebiet um die Hauptstadt Jaunde. Demgegenüber sind die Mitte und der SO des Landes menschenarm.

Bevölkerungsentwicklung x1000
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Bevölkerungsentwicklung x1000

Gut ein Drittel der Bevölkerung gehört den christlichen Kirchen an (meist Katholiken), Hauptreligion im Norden ist der Islam. Die übrigen Kameruner sind Anhänger von Naturreligionen.

Trotz der Schulpflicht beträgt der Anteil der Analphabeten noch über 40 %. Universitäten gibt es in Jaunde, Duala, Buea und in Ngaoundere.

Geschichte

Historische Karte (um 1888)
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Historische Karte (um 1888)

Die ersten geschichtlichen Darstellungen Kameruns stammen von dem karthagischen Seefahrer Hanno, der 525 vor Christus im Auftrag des Pharaos Necho eine Expedition zur Erforschung der Westküste Afrikas anführte. Er berichtete von einem aktiven Vulkan am Golf von Guinea, den er „Götterwagen“ nannte. Dieser „Götterwagen“ ist der „Mount Cameroon“, der 4075m hohe Kamerunberg.

Die europäische Einfluß begann 1472 n.Chr. Unter dem Kommando von Fernando do Poo landeten portugiesische Seeleute an der Küste Kameruns, im Delta des Wouri Flusses. Aufgrund der vielen Krabben, die sie in dem Fluß Wouri entdeckten, nannten sie ihn „Rio de Camarões“ (Krabbenfluß), von dem sich der Name des Landes ableitet: Kamerun. Mit dem Auftauchen der Portugiesen setzte um 1520 ein reger Handel mit Sklaven, Elfenbein und Palmöl etc. ein. Haupthandelspartner waren vor allem die Küstenstämme z.B. die Könige von Duala. Nicht nur an der Küste sondern im ganzen Bereich des heutigen Kamerun gab es bis zum 19. Jahrhundert immer wieder bedeutende Reichsbildungen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Maoui-Reich, das entlang der Küstenregion vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Bestand hatte

In den folgenden Jahren nach dem Erscheinen der Portugiesen wurden erste Zuckerrohrplantagen angelegt. Außerdem gewann der Sklavenhandel immer mehr an Bedeutung und endetet erst am 10. Juni 1840, als die Duala - Könige Bell und Akwa den ersten offiziellen Vertrag zur Beendigung des Sklavenhandels mit der britischen Regierung unterzeichneten, obwohl die Briten den Menschenhandel bereits 1807 für illegal erklärt hatten. In diesem Zeitraum begann auch die Missionierung Kameruns sowie die Erforschung des Hinterlandes. Hier seien vor allem die deutschen Afrikaforscher Heinrich Barth (der 1815 im Auftrag der Königlichen Geographischen Gesellschaft London die Sahara durchreiste und dabei auch den Norden Kameruns erforschte) und der deutsche Militärarzt Gustav Nachtigal (der als erster Europäer durch das Innere der Sahara reiste) zu nennen. Letzterer schloß Schutzvertäge mit den Fürsten Dualas und anderen afrikanischen Herrschern ab und stellte somit die noch nicht von anderen Mächten beanspruchten Gebiete Kamerun und Togo 1884 unter deutsche Herrschaft. (Siehe auch Deutsche Kolonie)

Der Einfluß der Deutschen auf Kamerun war bereits 1868 durch die Errichtung von Handelsniederlassungen an der Mündung des Wouri durch das Hamburger Handelshaus Woermann stärker geworden. Auf Druck dieses Handelshauses kam es am 14. Juli 1884 zu dem Auftrag Bismarcks an Nachtigal, die deutsche Fahne in Kamerun zu hissen und auf diese Weise Kamerun zu deutschem Schutzgebiet zu erklären, nachdem er die oben genannten Verträge ausgehandelt hatte. Der fünf Tage später kommende britische Konsul, der Kamerun für England in Besitz nehmen wollte, konnte nur noch gegen diese Landnahme protestieren. Die Grenzen des Schutzgebiets wurden jedoch bereits ein Jahr später auf der Kongo Konferenz (Kongo Akte) in Berlin festgelegt. Infolge der deutschen Kolonialherrschaft kam es zu Aufständen (zum Beispiel der Duala wegen Streitigkeiten um die Beträge, die deutsche Firmen für die vertraglichen Rechte unter King Bell gezahlt hatten) die blutig niedergeschlagen wurden. Die Deutschen begannen aber auch mit der Erforschung und Erschließung des Hinterlandes und leiteten die landwirtschaftliche Nutzung Kameruns ein. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden große Kakao-, Palmen- und Kautschukplantagen, vor allem am Kamerunberg, angelegt. Zudem wurde damit begonnen, eine funktionierende Infrastruktur aufzubauen, um der aufblühenden Plantagenwirtschaft einen besseren Transport zu ermöglichen. Dem diente der Bau einer Eisenbahn von Nkongssamba zum Hafen von Duala. Eine erneute Ausweitung des Schutzgebietes erfolgte 1911 im Marokko – Kongo – Vertrag auf Kosten der französischen Kolonien.

Nach dem Ausbruch des 1.Weltkriegs konnte sich die zahlenmäßig und materiell (vor allem großer Mangel an Munition) weit unterlegene Schutztruppe noch zwei Jahre in Kamerun halten, bis am 20. Februar 1916 die letzte Garnison in Mora/Nordkamerun sich nach der Zusage eines freien Abzugs in die Hände der Briten begab. Durch den Versailler Vertrag von 1919 ging Kamerun offiziell in den Besitz des Völkerbundes über, der wiederum ein Mandat zur Verwaltung an die Briten und Franzosen gab. Daraufhin wurde Kamerun aufgeteilt. Dies erklärt die zwei Landessprachen Französisch und Englisch. Die Franzosen erhielten den größeren Teil (4/5) und errichteten eine vollkommen eigenständige Verwaltung, mit der sie versuchten, das Land möglichst stark an sich zu binden. Sie betrieben in ihrem Teil des Landes einen starken Ausbau der Kakao- und Kaffeeanbauflächen. Allerdings wurde die Produktion dieser begehrten cash crops (Kaffee/Kakao) nicht auf großen Plantagen erweitert, vielmehr förderte man den Anbau durch Kleinbauern, wodurch man sich eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an der Produktion für den Export erhoffte. Auf diese Weise und wegen der starken Nachfrage, entwickelte sich Kamerun zu einem wichtigen Exportland für diese beiden landwirtschaftlichen Produkte. Neben dem verstärkten Engagement im Ersten Sektor wurde gleichzeitig die Industrialisierung des Landes vorangetrieben, womit konkret der Beginn der Erdölförderung und der Aluminiumproduktion sowie der Aufbau von Brauereien gemeint ist. Es kehrte sogar ein gewisser Wohlstand ein, große wirtschaftliche oder soziale Fortschritte blieben jedoch, wie auch im britischen Teil, aus. Die Briten dagegen verfolgten ganz andere Ziele. Sie hatten nur geringes Interesse an einer wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes in eigener Regie. So konnten viele der vorherigen deutschen Plantagenbesitzer ihren beschlagnahmten Grundbesitz auf einer Auktion in London wieder ersteigern. Es kam sogar zu der paradoxen Situation, daß im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten. Zudem gaben die Briten ihrem Teil Kameruns eine eigene Verwaltung und weitaus mehr Rechte. Schließlich zogen sich die Briten sogar vollständig aus Kamerun zurück.

Während des 2.Weltkrieges schloß sich das französische Mandatsgebiet der französischen Exilregierung, den „Freien Franzosen“, unter General de Gaule an. Nach dem 2.Weltkrieg wurden beide Völkerbundmandate durch die Nachfolgeorganisation, die Vereinten Nationen, in Treuhandmandate umgewandelt. Ziel der UN war eine allmähliche Selbstverwaltung des Gebietes zu erreichen. In den folgenden Jahren bis 1957 kam es häufig zu Unruhen und zum Kampf um die Unabhängigkeit der französischen Kolonie. 1957 kam die erste kamerunische Regierung unter André – Marie Mbida im französischen Mandatsgebiete an die Macht und die erste Verfassung für den französischen Teil Kameruns wurde erlassen. Am 1.1.1960 war es dann soweit: Das französische Kamerun erhält nach einer Volksabstimmung und nach dem Auslaufen des UN-Mandats die Unabhängigkeit und nannte sich Ost-Kamerun. Der Norden des britischen Mandatsgebietes stimmte bei einer vorangegangenen Volksabstimmung für den Anschluß an Nigeria, der südliche Teil entschied sich für einen Anschluß an den Staat Kamerun; so kommt es zu den beiden Amtssprachen Französisch und Englisch und dem Problem zweier komplett getrennter Verwaltungssysteme. Am 11. November 1960 wurde Kamerun Mitglied der UNESCO. Der vom Ministerpräsident zum kamerunischen Staatspräsidenten aufgestiegene Fulbe Ahamadou Ahidjo verfolgte das Ziel einer nationalen Einheit Kameruns. Dabei hatte er viele Probleme zu bewältigen. So war sein Land wegen seiner schwachen Wirtschaft leicht durch das ehemalige „Mutterland“ Frankreich politisch lenkbar, zudem war er bei den Intellektuellen seines Landes nicht angesehen, da er als Marionette Frankreichs galt. Ein weiterer Unruheherd war die UPC (Union des Population du Cameroun). Diese kommunistische „Union der Völkerschaften Kameruns“ hatte nach der Erklärung der Unabhängigkeit Kameruns einen Aufstand begonnen. Erst drei Jahre später wurde dieser Aufstand der UPC endgültig niedergeschlagen. Dies festigte das Regime Ahidjos, der nun u.a. mit der Gründung der Einheitspartei Union Nationale Camerounaise (RDPC) versuchte, die Opposition zu unterdrücken. Reformen werden erst 1972 durchgeführt. Die Bundesrepublik Kamerun wurde in einen Einheitsstaat umgewandelt (Vereinigte Republik Kamerun). Nach dem Rücktritt des Staatspräsidenten Ahidjo 1983 wurde sein Premierminister Paul Biya zum Staatsoberhaupt und Vorsitzenden der Einheitspartei RDPC. Er gewann 1984 die Wahlen und konnte einen Putschversuch vereiteln. Biya versprach die Demokratisierung des Landes und mehr soziale Gerechtigkeit. Bei den Wahlen 1988 kandidierte Biya ohne Gegenkandidat und erhielt die Mehrheit. Belastet wurde seine Regierung durch die wirtschaftliche und soziale Krise des Landes während der 80er Jahre, die ihm und seinem korrupten Kabinett angelastet wurde. Die Forderungen nach Pressefreiheit und Beendigung des Einparteiensystem wurden immer lauter. Mit der Zulassung der Pressefreiheit erschienen viele kritische Zeitungen und die Opposition im Land wurde immer stärker. Anfang der 90er Jahre kam es vermehrt zu Unruhen und Generalstreiks mit der Forderung nach dem Ende der Monopolstellung der RDPC. Biya gab dem Druck der Straße zögerlich nach und ließ die Bildung von Oppositionsparteien zu, so daß 1992 die ersten freien Wahlen stattfanden, bei denen Biya erneut gewann. Die Opposition vermutete Wahlbetrug, da ausländische Wahlbeobachter behindert wurden. Wahrscheinlicher ist aber, daß die Oppositionsparteien zu sehr zersplittert waren (bei der Wahl traten 32 Parteien an) um ihre Stimmen zu bündeln. Trotzdem hatte das Wahlergebnis zur Folge, daß die RDPC (89 Sitze) mit der größten Oppositionspartei UNPD (65 Sitze) koalieren mußte. Durch französische Unterstützung und geschicktes Ausspielen seiner politischen Gegner konnte er bis 1997 seine Mehrheit im Parlament halten und wurde bei den Wahlen im gleichen Jahr bestätigt



Religion

40% Christen, 40% Animisten, 20% Muslime; mit regionalen Unterschieden. Die Städte im Norden sind stark durch den Islam geprägt, zahlenmässig sind die Muslime jedoch nicht in der Überzahl. Ein überwiegender Teil der christlichen Bevölkerung pflegt nach wie vor auch lokale animistische Bräuche und Überzeugungen.

Statistik



Kultur

Der Nationalfeiertag wird am 20. Mai gefeiert. Bekannt ist Kamerun durch seine Fußballnationalmannschaft.

Weblinks




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