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Hiddensee

Wappen Karte
Wappen fehlt
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Deutschlandkarte, Position von Hiddensee hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rügen
Geografische Lage: 54° 33' n. Br.
13° 07' ö. L.
Höchster Punkt: Dornbusch 72 m ü. NN
Fläche: 18,99 km²
Einwohner: 1.122 (31.12.2003)
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Postleitzahl: 18565
Vorwahl: 038300
Kfz-Kennzeichen: RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 61 017
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Norderende 162
18565 Vitte
Website: www.seebad-insel-hiddensee.de
E-Mail-Adresse: Gemeinde-Insel-Hiddensee
@t-online.de
Politik
Bürgermeisteramt: derzeit unbesetzt
1. Stellvertreterin: Britta Schnürer

Die deutsche Insel Hiddensee liegt westlich von Rügen in der Ostsee. Sie ist die größte Insel innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und bildet gleichzeitig eine eigenständige Gemeinde mit dem Namen Insel Hiddensee innerhalb des Landkreises Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Inhaltsverzeichnis

Gemeindegliederung

Lage der Insel Hiddensee im Landkreis Rügen

Hiddensee hat vier Ortsteile (von Nord nach Süd):

Grieben

ist das älteste, nördlichste und kleinste Dorf auf Hiddensee. Der Name leitet sich vom slawischen "grib" (= Pilz) ab und liegt am östlichen Rand des Hochlandes von Hiddensee. Grieben hat keinen eigenen Hafen.

Kloster

hat seinen Namen vom ehemaligen Kloster der Zisterzienser, das von 1296-1536 in der Nähe des heutigen Hafens von Kloster lag. Es wurde mit der Reformation aufgelöst. Heute gilt Kloster mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, der Inselkirche und dem Inselfriedhof mit den Grabstätten von Gerhart Hauptmann und Gret Palucca als das kulturelle Zentrum von Hiddensee. Es liegt direkt am Hochland, dessen höchste Erhebung der Dornbusch ist.

Vitte

wurde erstmals 1513 urkundlich erwähnt und ist der Hauptort und zugleich der größte und zentrale Ort der Insel. Der Name ist eine Ableitung von "vit", damit bezeichnete man früher Fischverkaufsstellen. In Vitte steht das Rathaus mit der Gemeindeverwaltung. Außerdem befindet sich hier der Fähranleger für die Lastenfähre mit der beispielsweise die Fahrzeuge für Müll und Versorgung von Schaprode (auf der Insel Rügen gelegen) aus übersetzen. Der Warengüterverkehr wird hier bei der Hiddenseer-Logistik auf Anhänger, die von Elektroschleppern gezogen werden, umgeschlagen und auf der Insel an die Lebensmittelmärkte und Gaststätten etc. verteilt. Teilweise werden kleinere Güter auch noch mit Pferdefuhrwerken ausgeliefert. Die Heidelandschaft auf Hiddensee (zwischen Vitte und Neuendorf gelegen) zählt ebenso zu Vitte. In Vitte steht das älteste noch erhaltene Haus der Insel, das Hexenhaus.

Neuendorf

ist der südlichste Ort auf Hiddensee. Die Einwohner von Neuendorf werden vom Rest der Insel als "Die Süder" bezeichnet und, obwohl nur 6 km von Vitte entfernt, sprechen sie hier einen anderen Dialekt. Große Teile von Neuendorf gleichen einer großen Wiese, auf der die Häuser wie an einer Schnur gezogen aufgereiht sind. Auch Neuendorf hat einen eigenen Hafen.

Neuendorf besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortsteilen: Dem älteren, wohl schon aus dem 13. Jahrhundert stammenden Plogshagen im Süden und dem eigentlichen Neuendorf, das um 1700 durch die Absiedlung aus der Siedlung Glambek entstand. Überreste dieser Siedlung sind noch heute nordöstlich des Neuendorfer Ortsgebietes zu erkennen.


Wappen

Die linke Flanke hat einen hellblauen Hintergrund auf dem ein gelbes Seepferdchen (Silhoutte der Insel) ist, die rechte Flanke hat einen gelben Hintergrund auf dem eine für Hiddensee typische Hausmarke in hellblau ist.

Städtepartnerschaft

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der Nordseeinsel Juist.

Geschichte

bis 1800

Erste menschliche Besiedelung waren in der mittleren und jüngeren Steinzeit. Nachdem im 6. Jahrhundert n. Chr. die germanische Bevölkerung den südlichen Ostseeraum verlassen hatte, kamen die Ranen (Slawen), die 1168 von König Waldemar von Dänemark durch die Eroberung der Festung Arkona auf Rügen vertrieben wurden. Hiddensee stand dadurch unter dänischer Hoheit. Am 13. April 1296 wurde die Insel Hiddensee so wie sie vom Salzmeere umflossen vom Rügenfürst Wizlaw II. dem Kloster Neuenkamp geschenkt. Hier sollte eine Zisterzienserabtei namens Nikolaikamp (der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer) entstehen, tatsächlich hieß das Kloster aber während der gesamten Zeit des Bestehens Kloster Hiddensee. Zeitgleich mit dem Aufbau des Klosters wurden in den Jahren 1302 bis 1306 auf dem Gellen im Süden der Insel die Gellenkirche, ein kleines Leuchtfeuer, Luchte genannt, sowie der erste Hafen gebaut.

1322 wurde eine kleine Mauerkirche (Laienkirche), wie damals bei den Zisterziensern üblich, im heutigen Ortsteil Kloster in der Nähe des Klostertores gebaut. Mit der Überführung des Taufsteines aus der Gellenkirche in die neue Kirche wurden von da an bis heute die seelsorgerischen Aufgaben von hier aus ausgeführt. Im Jahr 1325 fiel die Insel an die Herzöge von Pommern-Wolgast.

1536, nach der Reformation, wurde das Kloster aufgelöst. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde auf Anordnung von Wallenstein im Jahr 1628 der Eichenmischwald auf dem Dornbusch abgebrannt. Damit wollte man den Dänen die Insel als Holznutzgewinnung entziehen. 1648 (bis 1815) wird Hiddensee schwedisch. Von 1754 an bis 1780 ist Joachim Ulrich Giese Eigentümer der Insel und beginnt, um Fayencen herzustellen, mit dem Abbau von Ton. Etwa im Jahr 1781 wird in Kloster die auch heute noch stehende Pfarrkirche im spätgotischen Stil errichtet.

1801 bis 1944

Vom Jahr 1815 an ist Hiddensee mit Vorpommern preußisch (bis 1945). Vom Stralsunder Kloster zum Heiligen Geist wird die Insel 1835 erworben und 1837 (Plogshagen) sowie 1840 (Kloster) werden die ersten Schulen gebaut. In den Jahren zwischen 1854 und 1864 wurden im Rahmen der Ablösung der Reallasten (Bauernbefreiung) auch auf Hiddensee die Grundstücksverhältnisse neu geordnet. Während dieser Zeit, ab 1861, wurde mit der Wiederaufforstung des Dornbusch begonnen. Jeweils in den Jahren 1864 und 1872 wurde die Insel von schweren Sturmfluten heimgesucht, bei der Ersteren zerbrach Hiddensee in zwei Teile, was nur durch Menschen Hand rückgängig gemacht werden konnte, nach der zweiten Sturmflut wurde der bis heute berühmte Hiddenseer Goldschmuck (eine Wikingerarbeit aus dem 10. Jahrhundert) gefunden, eine Replik davon kann man heute im Heimatmuseum Hiddensee besichtigen.

1874 wird der Amtsbezirk Hiddensee gebildet und 1888 werden in Kloster der Leuchtturm auf dem Dornbusch und der Hafen fertiggestellt, sowie die Seenotrettungsstation. Von 1892 an verkehren erstmals regelmäßig Dampfer zwischen Stralsund und Kloster. Ab 1905, mit Gründung des Arztzweckverbandes, wurde der erste Arzt auf Hiddensee eingestellt und 1927 wurde die Insel an das Stromnetz angeschlossen. 1930 wurde die biologische Forschungsstation und 1936 die Vogelwarte gegründet. Zwischen 1937 und 1939 wurden die drei Gemeinden auf der Insel zur Gemeinde Hiddensee vereint.

1945 bis 1989

Im Jahr 1945 wird Hiddensee am 4./5. Mai durch die Rote Armee von sowjetischen Truppen besetzt. Im selben wie im folgenden Jahr wird im Rahmen der Bodenreform der Gutshof Hiddensee in 18 Neubauerstellen aufgeteilt. Bei den Gemeinderats-, Kreis- und Landtagswahlen erhält die SED 1946 ca. 70% der Stimmen. 1952 wird die Fährverbindung zwischen Seehof auf Rügen und der Fährinsel eingestellt. 1962 wird mit dem Deichbau zwischen Kloster und Vitte begonnen.

Wirtschaft

Die Insel lebt heute hauptsächlich vom Tourismus. Fast jeder Hausbesitzer vermietet Unterkünfte an Feriengäste. Besonders in Vitte sind in den letzten Jahren einige Ferienhäuser und Ferienwohnungen neu entstanden. Auch Tagestouristen sind eine große Einnahmequelle. Da diese aber hauptsächlich zwischen Vitte und Kloster verkehren, bietet die Insel den übernachtenden Gästen noch eine Menge ruhiger Plätze in der Natur und am Strand (besonders ruhig zwischen Vitte und Neuendorf) an, insbesondere nach 17.00 Uhr ist es wieder sehr ruhig. Aufgrund dessen ist die Insel ein sehr beliebtes Urlaubsziel von Menschen, die in erster Linie die pure Erholung suchen (es gibt keine Diskothek auf Hiddensee). Man sollte in der Hauptsaison ohne fest gebuchte Unterkunft auf keinen Fall mit der letzten Fähre kommen.

Verkehr

Der private Kfz-Verkehr ist auf der gesamten Insel verboten und da es nur wenige Ausnahmen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Arzt, Versorgungs- und Havariefahrzeuge gibt, ist die Insel nahezu autofrei. Ein großer Teil der genannten Ausnahmen fährt im Elektrobetrieb. Laut Satzung der Gemeinde müssen Waren, die ein Gewicht von 2 t nicht überschreiten, mit Pferd und Wagen transportiert werden.

Diese Pferdefuhrwerksunternehmer bieten auch den Touristen und Tagesgästen Kutschfahrten im Kremserwagen (eine Art von Planwagen) über die Insel in bestimmten Routen, aber auch individuell abgestimmte Fahrten, an. Teilweise wird in den Hauptsaisonzeiten auch eine Art Linienverkehr mit den Pferdewagen angeboten.

Zwischen den Ortsteilen Grieben, Kloster, Vitte und Neuendorf verkehrt außerdem ein kleiner Linienbus der Rügener Personen- und Nahverkehrsgesellschaft (RPNV). Ursprünglich wurde dieser als Schulbus von der gemeindeeigenen Kurverwaltung eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Schulkinder bei Wind und Wetter sicher in der Schule in Vitte ankommen, nahm er aber dennoch auch normale Fahrgäste auf bzw. wurde auch zu bestimmten Anlässen als Zubringerdienst genutzt. Da dies einem reinen Schulbus aber eigentlich untersagt ist und für den normalen Personenverkehr entsprechende Genehmigungen nicht erteilt waren, wurde der Betrieb im Jahr 2003 in die RPNV eingegliedert. Dennoch gilt nach wie vor, dass die Schulkinder Vorrang haben.

Ansonsten wird auf Hiddensee zu Fuß gegangen oder Fahrrad gefahren.

Ansässige Unternehmen

Es gibt auf Hiddensee keine Großunternehmen, aber jeder Bereich ist abgedeckt. Wie in den meisten touristisch erschlossenen Gebieten gibt es eine Reihe von Souvenirläden, zwei Bernsteinwerkstätten, zwei Buchläden, einen Pressefachhandel (der auch Spielwaren und Strandartikel verkauft), in jedem Ort mehrere Fahrradverleiher, ein paar Hotels und Pensionen, allerdings keine Bettenburgen und natürliche etliche Gastronomische Einrichtungen. Außerdem gibt es mehrere Vermietungsbüros, die Unterkünfte auf Hiddensee an Feriengäste vermitteln.

Die Versorgung von Lebensmitteln ist in jedem Ort durch Lebensmittelgeschäfte (der größte davon ist der Edeka-Markt in Vitte), abgedeckt. Diese haben während der Hauptsaisonzeiten jeden Tag, einschließlich Sonntag, geöffnet.

Der Handwerksbereich wird durch einen Elektrobetrieb, einen Dachdeckermeisterbetrieb (der auch noch die Kunst des Rohrdachdeckens beherrscht), einen Technischen Service für Hausgeräte- und Gastronomiebetriebstechnik, sowie mehrere Hausmeisterdienste, die auch kleinere Reparaturen übernehmen vertreten.

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Museen

Kloster

Steilufer auf der Insel Hiddensee

Vitte

Neuendorf

Leuchttürme

Leuchtturm auf dem Dornbusch
Leuchtfeuer von Hiddensee am Gellen

Leuchtturm Dornbusch

Leuchtturmnummer: C2588
Koordinaten: 54°36'Nord, 13°07'Ost
Amtl. Bezeichnung: Leuchtfeuer Dornbusch/Hiddensee
Standort: Im Dornbusch auf dem Bakenberg, 72 m über dem Meeresspiegel
Baujahr: 1887/88 (Umbau 1927-29)
Höhe Turm: 28 m
Höhe Galerie: 20 m
Höhe über n.N.: 99,5 m
Kennung (Identifikation): 2,4 s hell, 7,6 s dunkel
Lampenleistung: 2000W (Halogenmetalldampflampe)
Sichtweiten: weiß 24,9 sm (45 km), rot 21,3 sm (38 km)

Leuchtturm Gellen

Leuchtturmnummer: C2586
Koordinaten: 54°30'Nord 13°05'Ost
Amtl. Bezeichnung: Leuchtfeuer Gellen/Hiddensee
Baujahr: 1905
Höhe: 12 m

Persönlichkeiten

Sonstiges

Die fast autofreie Insel (der private Kfz-Verkehr ist auf Hiddensee völlig untersagt) ist ein beliebtes Urlaubsziel für Menschen, die vor allem Erholung suchen. Auch Forschungszentren wie die zur Universität Greifswald gehörenden Vogelwarte und das Biologische Institut, befinden sich auf Hiddensee. Der südliche Gellen und der Neue Bessin (Landzunge im Nordosten) sowie die Fährinsel sind Vogelschutzgebiete und dürfen nicht betreten werden. Interessant sind die ständigen Veränderungen der Insel, einerseits an der Nordküste durch Abtrag an der Steilküste und andererseits den Anlandungen von Sand im Süden sowie im Nordosten am Neuen- und Alten Bessin.

Literatur

Weblinks




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