| Liste Artikel | Liste Kategorien | Zufälliger Artikel | Links auf diese Seite | |||
Ferdinand Schörner (* 12. Juni 1892 in München; † 2. Juli 1973 in München) war ein deutscher Offizier (letzter Dienstgrad: Generalfeldmarschall).
| Inhaltsverzeichnis |
Schörners militärische Laufbahn begann nach dem Abitur mit einer einjährigen Freiwilligendienstzeit beim bayerischen Infanterie-Leib-Regiment. Anschließend veblieb er nicht in der Armee, und studierte stattdessen in München sowie in Lausanne und Grenoble Philosophie und neue Sprachen.
Mit dem Kriegsausbruch 1914 kehrte Schörner zum Militär zurück und wurde Vizefeldwebel und Reserveoffiziersanwärter beim bayerischen Infanterie-Leib-Regiment. Dort wurde er bereits im November 1914 zum Leutnant der Reserve und Kompaniechef ernannt.
Schörner wurde mit seiner Einheit in Rumänien und im Italienkrieg eingesetzt und bekam in Anerkennung seiner Leistungen im November 1917 den Pour le mérite verliehen. Im Jahr 1918 wechselte Schörner von der Reserve-Laufbahn in den aktiven Dienst und wurde zum Oberleutnant befördert.
Nach dem Waffenstillstand war Schörner zunächst beim Freikorps Epp aktiv und im Jahr 1920 trat er in die Reichswehr ein. Er wurde als Kompaniechef eingesetzt und absolvierte den Führergehilfenlehrgang. Im Jahr 1923 war Schörner Adjutant des Wehrkreisbefehlshabers von München, General von Lossow, und an der Niederschlagung des Hitlerputsches beteiligt.
Nachdem er seine Generalstabsausbildung beendet hatte, wurde Schörner am 1. Juli 1926 zum Hauptmann ernannt und wurde als Kompaniechef der 16. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 19 in Landshut eingesetzt. Schörner, der gute Italienischkenntnisse besaß, wurde anschließend für einige Zeit als Dolmetscher zu den Alpinis, der italienischen Gebirgsjägertruppe, versetzt. Ab dem Jahr 1931 war Schörner als Taktiklehrer an der Kriegsschule in Dresden eingesetzt.
Im Jahr 1934 wurde Schörner zum Major befördert und zum Leiter der 4. Gruppe in der 3. Abteilung (Fremde Heere) des Truppenamtes ernannt. In dieser Stellung war er für den Süden bzw. Südosten Europas zuständig. Am 1. März 1937 bekam Schörner die Ernennung zum Oberstleutnant.
Am 1. Oktober 1937 wurde Schörner Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments Nr. 98. In dieser Stellung war er auch am Einmarsch in Österreich im Jahr 1938 beteiligt. Kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde Schörner am 27. August 1939 zum Oberst befördert.
Den 2. Weltkrieg begann für Schörner mit dem Polenfeldzug, weiterhin eingesetzt als Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments Nr. 98. Im Mai 1940 wurde Schörner dann Kommandeur der frisch aufgestellten 6. Gebirgsjäger-Division und nahm am Frankreichfeldzug teil. Am 1. August 1940 wurder er zum Generalmajor befördert.
Im Frühjahr 1941 war Schörner mit der 6. Gebirgsjäger-Division im Balkanfeldzug eingesetzt. Nach Abschluß des Feldzuges blieb Schörner mit seiner Einheit in Griechenland als Besatzungstruppe. Im Herbst 1941 wurden Schörner und die 6. Gebirgsjäger-Division nach Murmansk verlegt. Ab Januar 1942 war Schörner dann kommandierender General des XIX. Gebirgs-Korps und er wurde zum Generalleutnant ernannt.
Bereits im Juni 1942 erfolgte die Beförderung zum General der Gebirgstruppen. Ab dem 1. Oktober 1943 war Schörner dann kommandierender General des XXXX. Panzerkorps in der Ukraine. Auf dieser Position verblieb er bis Ende Januar 1944.
Schörner, der stets eine demonstrativ nationalsozialistische Gesinnung zur Schau stellte und die Ihm unterstellten Truppen mit großer Härte bis hin zur Brutalität führte, wurde am 1. Februar 1944 zum Chef des neugeschaffenen Nationalsozialistischen Führungsstabes des Heeres ernannt. In dieser Funktion war er für die Schulung der Truppe im nationalsozialistischen Sinn verantwortlich. Bereits 2 Wochen später legte er aufgrund eines schweren Konfliktes mit Hitlers Sekretär Martin Bormann das Amt nieder.
Am 31. März 1944 wurde Schörner zum Generaloberst befördert und gleichzeitig zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine ernannt. Im Juli 1944 übernahm Schörner dann das Kommando über die Heeresgruppe Nord. Mit dem 20. Januar 1945 wurde Schörner Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte und am 5. April 1945 in dieser Stellung zum Generalfeldmarschall ernannt.
Hitler bestimmte Schörner in seinem politischen Testament zum Oberbefehlshaber des Heeres. Am 9. Mai 1945 versuchte Schörner in Zivilkleidung unterzutauchen - er wurde jedoch bald darauf in Österreich von amerikanischen Truppen gefangen genommen und anschließend an Russland ausgeliefert.
Schörner wurde in Russland zu 25 Jahren Haft verurteilt und war bis 1955 in verschiedenen Lagern inhaftiert.
Nach Schörners Rückkehr nach Bayern wurde gegen Ihn im Jahr 1957 Anklage erhoben. Das Verfahren führte zu einer mehrjährigen Haftstrafe und der Aberkennung der Pensionsberechtigung. Bereits im Jahr 1960 wurde Schörner aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus der Haft entlassen.
Werner von Blomberg | Hermann Göring | Walther von Brauchitsch | Albert Kesselring | Wilhelm Keitel | Günther von Kluge | Wilhelm Ritter von Leeb | Fedor von Bock | Wilhelm List | Erwin von Witzleben | Walter von Reichenau | Erhard Milch | Hugo Sperrle | Gerd von Rundstedt | Erwin Rommel | Georg von Küchler | Erich von Manstein | Friedrich Paulus | Ewald von Kleist | Maximilian von Weichs | Ernst Busch | Wolfram Freiherr von Richthofen | Walter Model | Ferdinand Schörner | Robert Ritter von Greim | Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli (ehrenhalber)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schörner, Ferdinand |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Generalfeldmarschall im Dritten Reich |
| GEBURTSDATUM | 12. Juni 1892 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 2. Juli 1973 |
| STERBEORT | München |


