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Erwin von Witzleben (* 4. Dezember 1881 in Breslau; † 8. August 1944 in Berlin, hingerichtet) war ein deutscher Offizier (letzter Dienstgrad: Generalfeldmarschall) und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.
| Inhaltsverzeichnis |
Erwin von Witzleben entstammte einer preußischen Offiziersfamilie. Er absovierte das preußische Kadettenkorps und trat am 22. Juni 1901 als Leutnant in das Grenadierregiment "König Wilhelm I." im schlesischen Liegnitz ein. 1910 wurde er zum Oberleutnant befördert.
Im 1. Weltkrieg war von Witzleben zunächst Brigadeadjutant der 19. Reserve-Infanteriebrigade, bevor er im Oktober 1914 zum Hauptmann und Kompaniechef beim Reserve-Infanterieregiment Nr. 6 aufrückte. Später wurde er im gleichen Regiment Bataillonskommandeur. Von Witzlebens Einheit kämpfte u.a. bei Verdun, in der Champagne und in Flandern. Von Witzleben wurde schwer verwundet und mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Nach seiner Verwundung kam er 1918 zur Generalstabsausbildung und erlebte das Kriegsende als 1. Generalstabsoffizier der 121. Division.
In die Reichswehr wurde von Witzleben als Kompaniechef übernommen. 1923 kam er als Major in den Stab der 4. Division nach Dresden. 1928 wurde er Bataillonskommandeur im Infanterieregiment Nr. 6, seit 1929 als Oberstleutnant. Nach der Beförderung zum Oberst 1931 übernahm er das Infanterieregiment Nr. 8.
In der Wehrmacht wurde von Witzleben am 1. Februar 1934 zum Generalmajor befördert und wechselte als Kommandeur zur 3. Division und Befehlshaber des Wehrkreises III (Berlin). In dieser Position wurde er Generalleutnant und im September 1935 Kommandierender General des III. Armeekorps. 1936 erhielt er seine Beförderung zum General der Infanterie.
Bereits 1934 bezog von Witzleben Position gegen das NS-Regime, als er nach der Ermordung der Generäle von Schleicher und von Bredow im Zuge des sogenannten "Röhm-Putsches" beim Chef der Heeresleitung vorstellig wurde und gegen die Ermordung der beiden Generäle protestierte.
Schon vor 1938 gehörte von Witzleben zur Verschwörergruppe um Generaloberst Ludwig Beck und die Generäle Hoepner, von Stülpnagel und Abwehrchef Canaris. Diese planten, Hitler durch einen Militärputsch abzusetzen, was sich während der Sudetenkrise 1938 umsetzen zu lassen schien. Von Witzlebens Kommando über den wichtigen Berliner Wehrkreis sollte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Durch Hitlers Erfolg beim Münchner Abkommen wurde dem geplanten Staatsstreich jedoch die Grundlage entzogen.
Von Witzleben war ebenfalls in die Verschwörerpläne des Generalobersten Kurt von Hammerstein-Equord von 1939 einbezogen, der plante, Hitler bei einem Frontbesuch festzunehmen. Von Witzleben sollte dabei die Aufgabe zufallen, die Parteizentralen auszuschalten. Auch diese Planungen blieben erfolglos.
Von Witzleben war inzwischen im November 1938 als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2 nach Frankfurt/Main versetzt worden.
Im September 1939 übernahm der inzwischen zum Generalobersten beförderte von Witzleben das Kommando über die im Westen stationierte 1. Armee. Beim Angriff auf Frankreich am 10. Mai 1940 gehörte von Witzlebens Armee zur Heeresgruppe C. Sie durchbrach am 14. Juni die "Maginot-Linie" und zwang am 17. Juni mehrere französische Divisionen zur Kapitulation. Dafür wurde von Witzleben mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. 1941 wurde er noch zum Oberbefehlshaber West berufen, aber bereits ein Jahr später aus Gesundheitsgründen verabschiedet.
1944 war Erwin von Witzleben eine Schlüsselstellung in den Staatsstreichplänen der Verschwörergruppe um Stauffenberg zugedacht. Während Generaloberst Beck als vorläufiges Staatsoberhaupt und Generaloberst Hoepner als Befehlshaber des Ersatzheeres vorgesehen waren, sollte Generalfeldmarschall von Witzleben als höchster deutscher Soldat den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht übernehmen. Von Witzleben, der sich am 20. Juli zunächst im Oberkommando der Wehrmacht in der Bendlerstraße aufgehalten hatte, wurde am 21. Juli auf dem Gut eines Freundes verhaftet und später vom so genannten "Ehrenhof" aus der Wehrmacht ausgestoßen.
Am 7. August 1944 gehörte von Witzleben zur ersten Gruppe von Angeklagten vor dem "Volksgerichtshof", und wurde am selben Tag von dessen Vorsitzenden Roland Freisler zum Tode verurteilt. Von Witzlebens Schlussworte, an Freisler gerichtet, waren: "Sie können uns dem Henker überantworten. In drei Monaten zieht das empörte und gequälte Volk Sie zur Rechenschaft und schleift Sie bei lebendigem Leib durch den Kot der Straßen".
Bereits am folgenden Tag wurde Erwin von Witzleben in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Werner von Blomberg | Hermann Göring | Walther von Brauchitsch | Albert Kesselring | Wilhelm Keitel | Günther von Kluge | Wilhelm Ritter von Leeb | Fedor von Bock | Wilhelm List | Erwin von Witzleben | Walter von Reichenau | Erhard Milch | Hugo Sperrle | Gerd von Rundstedt | Erwin Rommel | Georg von Küchler | Erich von Manstein | Friedrich Paulus | Ewald von Kleist | Maximilian von Weichs | Ernst Busch | Wolfram Freiherr von Richthofen | Walter Model | Ferdinand Schörner | Robert Ritter von Greim | Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli (ehrenhalber)
| Personendaten | |
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| NAME | Witzleben, Erwin von |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Generalfeldmarschall im Dritten Reich |
| GEBURTSDATUM | 4. Dezember 1881 |
| GEBURTSORT | Breslau |
| STERBEDATUM | 8. August 1944 |
| STERBEORT | Berlin |
Einordnung: Mann | Deutscher | Militärperson | Militärperson (Deutschland) | General | 20. Juli 1944


