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Erich von Manstein

Erich von Manstein (eigentlich: Erich von Lewinski) (* 24. November 1887 in Berlin, † 10. Juni 1973 in Irschenhausen (heute Icking) in Bayern) war ein deutscher Offizier (letzter Dienstgrad: Generalfeldmarschall).

Generalfeldmarschall Erich von Manstein
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Generalfeldmarschall Erich von Manstein
Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Erster Weltkrieg

Erich von Lewinski entstammte einer alten preußischen Soldatenfamilie. Nach Adoption durch seinen Onkel General Georg von Manstein wurde er Erich von Manstein genannt. Seine Erziehung erfolgte im Alter von 13 bis 19 Jahren in den Kadettenanstalten Plön und Lichtenfelde.

Im Jahr 1906 trat Manstein dann in das 3. Garde-Regiment zu Fuß ein und wurde dort 1907 zum Leutnant befördert. In den Jahren 1913/14 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin.

Den Kriegsausbruch 1914 erlebte Manstein als Oberleutnant und Adjutant des 2. Garde-Reserve-Regiments. Nach schwerer Verwundung und Rückkehr in den Dienst, wurde Manstein 1915 Hauptmann und als Ordonanz- sowie Generalstabsoffizier in der Armeeabteilung Gallwitz eingesetzt. Anschließend fand er Verwendung bei der 1. Armee und ab Herbst 1917 war er Ia der4. Kavallerie-Division, die in Estland eingesetzt war. Im Mai 1918 wurde er zur 213 Infanterie-Division an die Westfront versetzt, wo Manstein ebenfalls als Ia verwendet wurde.

Zwischenkriegszeit

Manstein wurde nach dem Krieg in die Reichswehr übernommen und war zunächst beim Grenzschutz-Oberkommando Süd und danach im Stab des Reichswehrgruppenkommandos II mit Sitz in Kassel eingesetzt.

Am 1. Oktober 1921 wurde Manstein Kompaniechef im Infanterie-Regiment Nr. 5 in Angermünde. Ab dem 1. Oktober 1923 folgte wiederum eine Verwendung als Stabsoffizier, zunächst beim Wehrkreiskommando II und anschließend beim Wehrkreiskommando IV. Dort war seine Aufgabe die Führergehilfenausbildung.

Ab dem Herbst 1927 war Manstein Generalstabsoffizier beim Infanterieführer IV in Magdeburg. In dieser Stellung erfolgte seine Ernennung zum Major.

Zu Ende September 1929 wurde Manstein Leiter der Gruppe I in der Operationsabteilung im Truppenamt. Am 1. April 1931 erfolgte die Beförderung zum Oberstleutnant, und anschließend wurde er zum Kommandeur des Jägerbataillions des Infanterie-Regiments Nr. 4 in Kolberg ernannt. Mansteins Beförderung zum Oberst erfolgte am 1. Oktober 1933.

Die nächste Stufe in Mansteins Karriere stellte die Ernennung zum Chef des Stabes des Wehrkreises II am 1. Februar 1934 dar. Am 1. Juli 1935 wurde er dann Chef der Operationsabteilung im Generalstab des Heeres und am 1. Oktober 1936 unter gleichzeitiger Ernennung zum Generalmajor Oberquartiermeister I.

Manstein hatte sich für diesen Posten durch seine außergewöhnlichen, weit überdurchschnittlichen Fähigkeiten empfohlen. In der Dienststellung des Oberquartiermeister I war er Vertreter von Generalstabschef Kurt Beck und traditionell als designierter Nachfolger vorgesehen.

Im Verlauf der Blomberg-Fritsch-Affaire wurde Manstein am 4. Februar 1938 jedoch überraschend auf den Posten des Kommandeurs der 18. Infanterie-Division in Liegnitz versetzt.

Zweiter Weltkrieg

1939 war Manstein im Rang eines Generalleutnant als Chef des Generalstabs der Heeresgruppe Süd im Rahmen des Polenfeldzuges tätig. Er erarbeitete den Angriffsplan des Westfeldzuges und nahm an diesem als Chef des Stabes der Heeresgruppe A unter Generaloberst Gerd von Rundstedt teil.

1940 wurde er zum General befördert und erhielt das Ritterkreuz . Seinen Planungen folgend wurden die deutschen Panzerkräfte gegen Frankreich geschickt genutzt (Operationsplan Sichelschnitt), der Feldzug wurde zum Blitzkrieg.

1941 war Manstein bis zum September kommandierender General des 56. Panzerkorps an der Ostfront. Ab September war er Oberbefehlshaber der 11. Armee, zu diesem Zeitpunkt erhielt er den "Reichenau-Befehl", der Soldaten der Wehrmacht zu Verbrechen an der sowjetischen Bevölkerung aufrief und diese legitimierte. Der Befehl wurde von Manstein in abgeänderter Form an die Truppe weitergegeben. Auf dieses Geschehnis hat sich später die Anklage seines Kriegsverbrecherprozesses bezogen.

1942 befehligte er die Eroberung der Krim und der Festung Sewastopol, danach erfolgte die Ernennung zum Generalfeldmarschall am 1. Juli. Im Oktober fiel sein ältester Sohn Gero an der Ostfront, im November scheiterte sein Versuch als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don (Süd) die 6. Armee aus Stalingrad zu befreien. Manstein hatte daraufhin allerdings maßgeblichen Anteil daran, den Zusammenbruch des deutschen Südflügels der Ostfront als Folge der Katastrophe von Stalingrad zu verhindern. Die Niederlage an der Ostfront wurde so allerdings nur hinauszögert.

1943, im März, gelang es ihm im Rahmen einer Gegenoffensive Charkow einzunehmen. Er erhielt das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Während und nach der Stalingrad-Krise wurde ein immer stärker werdendes Zerwürfnis zwischen Manstein und Hitler deutlich. Am Widerstand in der Wehrmacht und an einem Staatsstreich gegen Hitler wollte sich Manstein aber nicht beteiligen, da er meinte, dies mit seiner soldatischen Ehre nicht vereinen zu können.

1944 wurde er von Hitler wegen verschiedener Differenzen des Kommandos enthoben, gleichzeitig erhielt er die Schwerter zum Ritterkreuz.

1945 wurde er von britischen Truppen interniert.

Nachkriegszeit

Erich von Manstein wurde 1949 von einem britischen Militärgericht wegen Rücksichtslosigkeit gegenüber der Zivilbevölkerung bei der Kriegsführung zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die Haftstrafe wurde später auf zwölf Jahre herabgesetzt. Entlassen wurde er, aufgrund eines Augenleidens, schon nach vier Jahren.

Im Jahr 1955 erschien sein autobiographisches Werk Verlorene Siege. In diesem schrieb er den endgültigen Zusammenbruch der militärischen Inkompetenz Hitlers zu. 1958 erschein das Buch Aus einem Soldatenleben.

Seine These, dass die Feldzüge grundsätzlich anders verlaufen wären, hätten die Generale über mehr eigenen Spielraum verfügt, ist zumindest umstritten. Dennoch gilt er als einer der fähigsten Offiziere des 2. Weltkrieges.

Bis 1960 beriet Manstein als einziger Feldmarschall der ehemaligen Wehrmacht die Bundesregierung beim Aufbau der Bundeswehr.

Nach seinem Tod wurder er mit militärischen Ehren in Dorfmark bei Fallingbostel beigesetzt.

Zitate:

Weblinks





Personendaten
Manstein, Erich von
Erich von Lewinski
Generalfeldmarschall im dritten Reich
24. November 1887
Berlin
10. Juni 1973
Irschenhausen (heute Icking) in Bayern


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