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Drittes Reich


Dieser Artikel behandelt den Begriff "Drittes Reich" als Namensgebung für Deutschland und Teil der NS-Propaganda. Zur Geschichte Deutschlands in der Zeit von 1933 - 1945, siehe: Zeit des Nationalsozialismus. Für weitere Bedeutungen des Begriffs, siehe Drittes Reich (Begriffsklärung)


Der Begriff Drittes Reich im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus steht für das Deutsche Reich (ab 1938 "Großdeutsches Reich") vom 24. März 1933 bis zum 8. Mai 1945. Die Bezeichnung "Großdeutsches Reich" wurde bereits ab 1938 nach dem Anschluss Österreichs verwendet.

Die NSDAP übernahm den Begriff Drittes Reich, der durch ein Buch von Arthur Moeller van den Bruck politische Bedeutung erlangt hatte, für ihre Zwecke, primär für Propaganda, mit der suggeriert werden sollte, dass der von den Nationalsozialisten propagierte Staat in der Nachfolge des von Heinrich I. (919 - 936) gegründeten und bis 1806 in Form des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bestehenden 1. Reichs und des 2. (kleindeutschen) Reichs Bismarcks von 1871 stehe. Die Nationalsozialisten propagierten es auch als Tausendjähriges Reich, da es nach den Vorstellungen Adolf Hitlers tausend Jahre Bestand haben sollte. Tatsächlich belief sich die Dauer auf zwölf Jahre.

Die Machthaber nutzten den Begriff nur kurzzeitig, am 10. Juli 1939 wies das Reichspropagandaministerium die deutsche Presse an, den Begriff Drittes Reich zukünftig zu meiden. Grund für den Verzicht auf den Begriff war, dass Gegner des nationalsozialistischen Regimes dessen Ewigkeitsanspruch mit dem Begriff "Viertes Reich" persifliert hatten. Ein weiterer Beweggrund dürfte die zunehmende Abneigung der Machthaber gegenüber religiösem Gedankengut gewesen sein. Die "Durchnummerierung" vertrug sich nicht mehr mit dem Ausschließlichkeitsanspruch des NS-Regimes. Nach 1945 setzte sich der Begriff dann weitgehend als Bezeichnung für die Zeit der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 durch, die nichtdistanzierte Verwendung dieses Namens ist jedoch umstritten.

Am 21. März 1943 verlangte das Reichspropagandaministerium von der Presse die zukünftige Verwendung der Bezeichnung "Das Reich" analog zum englischen Ausdruck "Empire". Ab Juni 1943 wurde auch der Begriff "Großdeutsches Reich" allgemein verwendet (schon ab Frühjahr 1938 nach dem Anschluss Österreichs).

Der offizielle Name lautete hingegen bis 1945 Deutsches Reich.

Herkunft des Begriffes

Der Begriff "Drittes Reich" ist eigentlich ein religiöser Begriff und entstammt ursprünglich der Ideenwelt des Chiliasmus und wurde von Joachim von Fiore geprägt. Nach dessen Auffassung teilte sich die Geschichte in drei Zeitalter (Reiche) ein. Auf die Zeitalter des Vaters (bis Christi Geburt) und des Sohnes sollte das abschließende Zeitalter des Heiligen Geistes folgen.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff dann zunehmend politisch gebraucht. In seinem Buch Das dritte Reich (1923) beschrieb Arthur Moeller van den Bruck eine eher autoritäre Utopie einer Verbindung aus Nationalismus und Sozialismus, die als sog. Drittes Reich die Nachfolge des Kaiserreichs antreten sollte, das mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg zuende gegangen war.

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