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Deutschland

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Staat der Bundesrepublik Deutschland. Zu weiteren Bedeutungen des Wortes "Deutschland", insbesondere im jeweiligen historischen Kontext, siehe Deutschland (Begriffsklärung).


Bundesrepublik Deutschland

Flagge von Deutschland

Wappen von Deutschland

(Details) (Details)

Wahlspruch: Einigkeit und Recht und Freiheit

Amtssprache Deutsch1
Hauptstadt Berlin2
Regierungssitz Berlin u. Bundesstadt Bonn2
Bundespräsident Horst Köhler
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Gliederung 16 Bundesländer
Staatsform parlamentarische Demokratie
Fläche 357.026,55 km²
Einwohnerzahl 82.424.609 (Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 230,87 Einwohner pro km²
Gründung des deutschen Nationalstaats 18. Januar 1871
Gründung der Bundesrepublik 23. Mai 1949
Wiedervereinigung mit dem Territorium der DDR 3. Oktober 1990
Währung Euro
Zeitzone MEZ (UTC+1)
Nationalhymne Das Lied der Deutschen (3. Strophe)
Kfz-Kennzeichen D
Internet-TLD .de
Vorwahl +49

(1) (Deutsch = Hochdeutsch), Dänisch, Sorbisch, Friesisch, Romanes und Niederdeutsch (Niedersächsisch und Niederfränkisch) sind offiziell anerkannte Minderheiten- bzw. Regionalsprachen.
(2) Einige wichtige Regierungsbehörden und Ministerien (z. B. Außenamt) sind jedoch weiterhin in Bonn.

Die 16 Bundesländer und ihre Hauptstädte
Land Hauptstadt
(1) Baden-Württemberg Stuttgart
(2) Bayern München
(3) Berlin - 2
(4) Brandenburg Potsdam
(5) Bremen Bremen 2
(6) Hamburg - 2
(7) Hessen Wiesbaden
(8) Mecklenburg-Vorpommern Schwerin
(9) Niedersachsen Hannover
(10) Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
(11) Rheinland-Pfalz Mainz
(12) Saarland Saarbrücken
(13) Sachsen Dresden
(14) Sachsen-Anhalt Magdeburg
(15) Schleswig-Holstein Kiel
(16) Thüringen Erfurt

(2) Auch Bremen gilt als Stadtstaat. Im Gegensatz zu Hamburg und Berlin, die jeweils nur aus einer Stadt bestehen, gehört zum Bundesland Bremen noch die Stadt Bremerhaven

Karte Deutschlands mit eingezeichneten Grenzen der Länder
Eine Landkarte Deutschlands mit den wichtigsten Städten aber ohne Grenzen der Bundesländer


Die Bundesrepublik Deutschland (Kurzform Deutschland, siehe auch BRD) ist ein Staat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Landesgrenzen.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien sind in Bonn angesiedelt. Das Politische System der Bundesrepublik ist föderal und überwiegend als parlamentarische Demokratie organisiert. Der Staat ist in 16 teilsouveräne Bundesländer gegliedert. Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union, der NATO und der G8. Seine Regierung strebt einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein von den Eiszeiten geformtes Tiefland. An die Tiefebenen schließen sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum des Landes und schließlich die Alpen als Hochgebirge an. Der niedrigste Punkt liegt bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch mit 3,54 Metern unter NN. Der höchste Berg ist die Zugspitze mit 2.962 m.

Flüsse in Deutschland sind Rhein, Donau, Elbe, Weser, Oder und viele weitere größere Zuflüsse. Das Wetter ist oft wechselhaft. Mitten im Sommer kann es an einem Tag noch warm und sonnig und am nächsten Tag schon kalt und regnerisch sein. Wirklich extreme Wetterbedingungen wie strenge Dürren, Tornados, Stürme, strenger Frost oder Hitze usw. sind relativ selten. Dies liegt auch daran, dass Deutschland zur gemäßigten Zone gehört. Es gab in den letzten Jahren zwei Fluten, angesichts der langen Geschichte Deutschlands kann man diese aber auch noch zu den eher selten auftretenden Katastrophen zählen. Von vielen werden diese aber auch als erstes Indiz der Klimaerwärmung gesehen. Nach ihnen könnte es in den folgenden Jahren vermehrt zu solchen und anderen Naturkatastrophen kommen. Als weiteres Indiz kann der "Jahrhundertsommer" 2003 gesehen werden. Dieser Sommer war einer der heißesten in Deutschland seit vielen Jahrzehnten. Die Folgen waren unter anderem durch die Dürre erhebliche Ernteausfälle für die Bauern. Erdbeben mit schweren Folgen gab es in Deutschland bisher nicht. Dies ist damit zu erklären, dass Deutschland auf der Eurasischen Platte liegt. Da sich keine Grenzen zweier großer Platten innerhalb Deutschlands befinden, gibt es relativ wenige und wenn, dann auch nur relativ schwache Erdbeben.

Siehe auch: Deutsche Inseln, Liste der Berge in Sachsen

Städte

Die größten deutschen Städte sind Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart. Das größte Ballungsgebiet sind das Ruhrgebiet, die Rhein-Main-Region, sowie die Region Stuttgart.


Siehe auch: Liste der Städte in Deutschland; Liste der Großstädte in Deutschland

Bevölkerung

Die Bundesrepublik Deutschland ist flächenmäßig etwas größer als das Nachbarland Polen, hat aber mit rund 82,5 Mio. Menschen mehr als doppelt so viele Bewohner. Davon sind ethnisch gesehen rund 68 Mio. deutscher Abstammung und rund 15 Mio. ausländischer Abstammung. Etwa 75 Millionen Menschen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, einige zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftlandes. Rund 7,5 Millionen Menschen sind Ausländer.

Hauptartikel: Wohnbevölkerung in Deutschland

Sprachen

Offizielle Schrift- und Amtssprache ist Standarddeutsch. Daneben werden einige nieder-, mittel und oberdeutsche Mundarten gesprochen, deren Sprachgebiete in die Nachbarstaaten hineinreichen.

Anerkannte Minderheitensprachen sind Dänisch, Friesisch und Sorbisch und auch als Regionalsprache Niedersächsisch, eine niederdeutsche Sprache, die seit 1994 nach der Sprachencharta des Europarates anerkannt ist.

Die im Land lebenden Menschen nichtdeutscher Herkunft bzw. Muttersprache und deren Nachkommen sprechen vor allem Russisch (etwa 5 Mio.), Türkisch (etwa 3 Mio.), Polnisch (etwa 2 Mio.), die Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens, Spanisch und verschiedene Sprachen aus den islamischen Ländern, wobei sich auf lange Sicht einerseits diese Sprachen durch die Assimilation zugunsten des Deutschen möglicherweise verlieren werden, sich andererseits aber auch eine Ghettoisierung der wachsenden Zahl von der deutschen Sprache nicht mächtigen Einwanderern abzeichnet.

Ausgestorbene Sprachen

Religionen und Weltanschauungen

Grundgesetzlich festgelegt ist die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. In Deutschland ist vereinfacht betrachtet eine Dreiteilung festzustellen: Jeweils etwa ein knappes Drittel ist katholisch, evangelisch oder konfessionslos. Daneben gibt es weitere weltanschauliche Gruppen, insbesondere aus dem Bereich des Islam. Nachfolgend wird auf die einzelnen Gruppen näher eingegangen.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gehört offiziell einer christlichen Konfession an: Römisch-Katholische Kirche 31,7 % (tendenziell eher in West- und Süddeutschland), Evangelische Kirche 32,0 % (tendenziell eher in Nord- und Ostdeutschland), Orthodoxe Kirche 1,14 % und ein geringer Anteil von Angehörigen christlicher Freikirchen wie z. B. die Baptisten (Evangelisch Freikirchliche Kirche), die Methodisten, die Angehörigen der Freien Evangelischen Kirche und verschiedener charismatischer Gemeinden. Die Anzahl praktizierender Christen dürfte jedoch weit geringer sein, da viele Deutsche nur aus traditionellen Gründen einer der beiden Amtskirchen angehören. Deutschland wurde seit der fränkischen Zeit christianisiert. Die Reformation begann Anfang des 16. Jahrhundert in Deutschland und der Schweiz, angeführt durch die Lehren Ulrich Zwinglis und Martin Luthers. Sie prägt die religiöse Landschaft im deutschen Sprachraum bis heute.

Etwa 27 % der deutschen Bevölkerung erklärt auch offiziell, keiner Religion anzugehören. Hierbei ist zudem ein Nord-Südgefälle festzustellen, wobei im Norden die Bevölkerung eher keiner Konfession angehört als im Süden. Dies gilt insbesondere für das Gebiet der ehemaligen DDR, da sie offiziell ein atheistischer Staat war. In den letzten Jahren wurde eine Abkehr von den beiden Amtskirchen in Form von Kirchenaustritten beobachtet.

Zu den bedeutenden Religionen in Deutschland gehören außerdem die Angehörigen der Islamischen Gemeinden (ca. 3,2 Mio. oder 3,8 %), die Zeugen Jehovas (ca. 164.000 oder 0,2 %) und die Angehörigen der jüdischen Gemeinden (ca. 100.000 oder 0,12 %).

Neben fast allen Religionen finden sich in Deutschland auch die Anhänger der verschiedensten Weltanschauungen.

Von Mitgliedern anerkannter Religionsgemeinschaften wird in Deutschland vom Staat im Auftrag der Kirchen von deren Mitgliedern eine Kirchensteuer erhoben und an die Kirchen weitergeleitet. Diese Verknüpfung des Staates mit kirchliche Angelegenheiten hat einige Kritiker, die einen Laizismus nach französischem Vorbild fordern.

Siehe auch: Religionen in Deutschland

Feiertage

Die Feiertage in Deutschland haben größtenteils einen kirchlichen Hintergrund, dazu zählen auch die wichtigsten Feiertage Weihnachten und Ostern. Der Erste Mai und der Tag der Deutschen Einheit sind durch Bundesgesetze geregelt. Alle weiteren Feiertage sind durch Landesgesetze festgelegt. Neun Feiertage und alle Sonntage gelten im gesamten Bundesgebiet laut Grundgesetz als "Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung".

Politik

Hauptartikel: Politisches System Deutschlands

vertikale Verwaltungsstruktur Deutschlands
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vertikale Verwaltungsstruktur Deutschlands
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Aktueller Bundespräsident:
Prof. Dr. Horst Köhler

Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland eine demokratische, soziale und rechtsstaatliche Bundesrepublik. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).

Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive, Legislative und Judikative.

Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit 2/3-Mehrheit in beiden Organen die Verfassung zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente (Landtag bzw. Bürgerschaft) über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach der Verfassung nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.

Die Exekutive bildet auf Bundesebene die Bundesregierung, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.

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Aktueller Bundeskanzler: Gerhard Schröder

Wie in anderen Ländern auch spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Zulässigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.

Das Bundesverfassungsgericht wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind Bundesgerichtshof in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht, das Bundessozialgericht und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf die formale Rechtmäßigkeit.

Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Grundgesetz

Außenpolitik

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Aktueller Vizekanzler und Außenminister: Joschka Fischer

Ein wichtiger Grundsatz bundesdeutscher Außenpolitik ist die Westbindung. Deutschland hat am Aufbau europäischer organisatorischer Strukturen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den eigentlichen Grundstein für die Europäische Union.

Während des Kalten Kriegs war die deutsche Außenpolitik sehr beschränkt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage, gleichwohl wurde die Stationierung von amerikanischen Raketen in Betracht gezogen.

Seit einigen Jahren nimmt auch die Bundeswehr - sie darf sich nicht an Angriffskriegen beteiligen und dient lediglich der Landes- und Bündnisverteidigung - mit Zustimmung des Bundestages an verschiedenen friedenserhaltenden und friedenserzwingenden Einsätzen teil. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Missionen:

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