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CDieser Artikel befasst sich mit der Stadt Chemnitz (weiteres siehe: Chemnitz (Begriffsklärung).
Chemnitz ['kɛm-] ist eine Stadt im östlichen Deutschland, im Westen des Freistaates Sachsen. Mit rund 250.000 Einwohnern ist sie nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt sowie eines der 6
Oberzentren des Landes, hat den Status einer kreisfreien Stadt und ist Sitz einer der drei Regierungsbezirke des Landes. Nächst größere Städte sind Dresden, ca. 63 km nordöstlich und Leipzig, ca. 70 km nordwestlich von
Chemnitz. Die Stadt bildet einen Kern der Industrieregion Chemnitz-Zwickau mit dessen
Ballungsgebiet.
Der Name 'Chemnitz' leitet sich vom Fluß gleichen Namens her,
der die Stadt durchfließt. Dessen Name wiederum geht auf die slawische Bezeichnung
'Kamenica' (= Steinbach, zu Sorbisch 'kamen' = 'Stein'; vgl. Kamenz) zurück.
Von 1953 bis 1990 hieß Chemnitz Karl-Marx-Stadt.
Die Einwohnerzahl der Stadt Chemnitz überschritt ca. 1883 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Chemnitz liegt im so genannten Erzgebirgischen Becken, in einer weiten Talmulde am Fluss Chemnitz, umrahmt von Ausläufern des Erzgebirges im Süden, von Höhen des Mittelsächsischen Berglandes im Norden und vom Beutenberg im Osten. Grundlage des Erzgebirgischen Beckens bildet eine Formation "Rotliegendes", die sich seit dem Oberkarbon gebildet hat.
siehe dazu auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Chemnitz. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
Das Stadtgebiet von Chemnitz ist in 39 Stadtteile eingeteilt. Die Stadtteile Einsiedel, Euba, Grüna, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung. Für diese Ortschaften gibt es jeweils einen Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen 10 und 16 Mitglieder hat und einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Eine endgültige Entscheidung obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Chemnitz.
Die Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
¹ zugleich Ortschaften
Übersicht über die Stadtgeschichte von Chemnitz:
Im Jahr 1136 wurde bei Chemnitz durch König Lothar III. ein Benediktinerkloster gegründet, das 1143 das Marktrecht erhielt. In einiger Entfernung des Klosters wurde vermutlich nach 1170 durch den König in der Nähe einer Furt durch den Fluss Chemnitz eine stadtähnliche Siedlung gegründet, die schon bald darauf in die Aue verlegt wurde. Bis 1308 war Chemnitz freie Reichsstadt. Schon im Mittelalter war es ein Wirtschaftszentrum, insbesondere durch das im 14 Jh. erhaltene Bleichprivileg.
Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde Chemnitz ein Standort der Industrie mit sehr hohen BSP, ab 1800 wurde die Spinnerei maschinell betrieben. Daraufhin wuchs es rasch an, man bezeichnete es als "Sächsisches Manchester", "Ruß-Chamntz" oder auch als "Rußnitz". Es war eine der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands.
Chemnitz wurde schon früh Sitz eines Verwaltungsbezirks (Amtshauptmannschaft) innerhalb der Kreishauptmannschaft Zwickau des Staates Sachsen. Im Jahr 1874 schied die Stadt aus der Amtshauptmannschaft Chemnitz aus und wurde eine "exemte Stadt", welche man später als kreisfreie Stadt bezeichnete. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft, aus welcher später der Landkreis Chemnitz hervorging. 1900 wurde die Kreishauptmannschaft Chemnitz als Vorläufer des heutigen Regierungsbezirks Chemnitz gebildet. 1910 entstand die Amtshauptmannschaft Stollberg aus Teilen der Amtshauptmannschaft Chemnitz.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chemnitz stark zerstört, vor allem bei den anglo-amerikanischen Bombardierungen am 5. März 1945. Nach Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952 wurde Chemnitz Sitz eines Bezirks, der infolge der am 10. Mai 1953 auf Beschluss der DDR-Regierung erfolgten Umbenennung der Stadt Chemnitz in Karl-Marx-Stadt (siehe Karl Marx) ebenfalls in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt wurde. Im Vorfeld der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wurde am 23. April 1990 eine Volksabstimmung über den künftigen Namen der Stadt abgehalten. Dabei stimmten 76% der Bürger für den alten Namen Chemnitz. Die offizielle Rückbenennung erfolgte am 1. Juni 1990, also noch vor dem formellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Nach Wiedererrichtung des Landes Sachsen 1990 wurde auch der Bezirk Karl-Marx-Stadt aufgelöst.
Im Rahmen der Kreisreform in Sachsen 1994 wurde der Landkreis Chemnitz aufgelöst. Ein Teil wurde mit den Landkreisen Hohenstein-Ernstthal und Glauchau zum neuen Landkreis Chemnitzer Land zusammen geschlossen. Der andere Teil ging im Landkreis Mittweida auf, einige Gemeinden kamen auch zum Mittleren Erzgebirgskreis. Chemnitz selbst blieb aber kreisfrei.
Mitte der 90er-Jahre begann die Bebauung der innerstädtischen Bauflächen um das Rathaus zu einem neuem Stadtkern, welche nach rund 10 Jahren noch nicht abgeschlossen ist. Zu dieser Bildung einer neuen Mitte wurden vor allem Kaufhäuser und Einkaufszentren im Bereich des Marktes angesiedelt.
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Chemnitz eingegliedert:
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. 2002 unterschritt Chemnitz die 250.000-Einwohner-Marke, jedes Jahr verliert die Stadt rund 2.000 Einwohner. Schätzungen ergaben, dass sich bis 2020 die Einwohnerzahl zwischen 220.000 und 230.000 einpendeln würde.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1466 | 466 Hausgrundstücke |
| 1710 | 1.015 Hausgrundstücke |
| 1790 | 9.162 |
| 1832 | 18.403 |
| 1861 | 45.432 |
| 1871 | 68.229 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 78.209 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 95.123 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 138.954 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 206.584 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 244.927 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 287.807 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 331.655 |
| 1930 | 360 250 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 350.734 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 337.657 |
| 29. Oktober 1946 | 250.188 |
| 31. August 1950 | 293.373 |
| 31. Dezember 1960 | 286.329 |
| 31. Dezember 1972 | 301.502 |
| 30. Juni 1981 | 317.700 |
| 1986 | 313.800 |
| 30. Juni 1991 | 291.400 |
| 30. Juni 1997 | 263.500 |
| 30. Juni 2003 | 247.723 |
¹ Volkszählungsergebnis
Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Die Stadt war bereits ab 1254 Sitz eines Archidiakonats. Ab 1313 war der jeweilige Abt des Benediktinerklosters der Archidiakon. 1539 wurde die Reformation eingeführt und mit dem Pfarrer in St. Jacobi eine Superintendentur verbunden. 1540 wurden die noch bestehenden Klöster aufgehoben. Danach war Chemnitz über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch kamen im 16. Jahrhundert auch reformierte Bestrebungen auf, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Chemnitz blieb innerhalb Sachsens stets Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören alle zu diesem Kirchenbezirk innerhalb der Region Chemnitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Der Kirchenbezirk Chemnitz umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Chemnitz. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es in Chemnitz auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten alsbald auch wieder eine eigene Pfarrgemeinde. Wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen gehörte auch die Gemeinde in Chemnitz zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Chemnitz wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb von Chemnitz gehören.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Altlutherische Gemeinde, die Elim-Gemeinde (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), eine Evangelisch-Freikirchliche Baptistengemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Brüdergemeinde, zwei Evangelisch-methodistische Gemeinden (Methodisten), eine Evangelisch-reformierte Gemeinde (diese gehört zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer) sowie eine Freie Evangelische Gemeinde.
Etwa 80% der Bevölkerung gehört keiner Religion an.
Im Jahre 1298 ist für Chemnitz bereits ein Bürgermeister und ein Rat bezeugt, die beide an der Spitze der Stadtverwaltung standen. Im 14. Jahrhundert hatte der Rat mit dem Bürgermeister insgesamt 12 Mitglieder. Ab 1415 gab es drei Räte, der "alte Rat" (vom Vorjahr), der "neue Rat" und der "ruhende Rat", wobei der alte und neue Rat zusammen den "voll sitzenden Rat" ergaben. Ihm stand der Bürgermeister vor. Nach dem 30jährigen Krieg gab es nur noch ein Ratskollegium. 1831 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach wählten die Bürger ihre Vertretung, die ihrerseits den Bürgermeister und die besoldeten Stadträte wählten. Mit der Ausscheidung der Stadt Chemnitz aus der Amtshauptmannschaft 1874 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.
Während der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" beziehungsweise die Stadtverordnetenversammlung, die ebenfalls vom Volk gewählt wurde.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender (ab 1990 Reinhold Breede, CDU). Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt vom Volk gewählt.
Bürger- beziehungsweise Oberbürgermeister seit 1848:
Das Wappen der Stadt Chemnitz zeigt in gespaltenem Schild, vorn in Gold zwei blaue Pfähle, hinten in Gold ein schwarzer Löwe mit roter Zunge und Bewehrung.
Die Pfähle stehen für die Grafschaft Landsberg, der Löwe für die Grafschaft Meissen. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 15. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Sie wurden auch von den Kurfürsten von Sachsen als Herrscher über die Stadt Chemnitz geführt. Seit dem 18. Jahrhundert werden beide Wappensymbole in gespaltenem Schild dargestellt.
Chemnitz unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Durch das nordwestliche Stadtgebiet von Chemnitz führt die Bundesautobahn A 4 Erfurt-Dresden, die hier die Autobahn A 72 Hof-Chemnitz kreuzt. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 95, B 107, B 169, B 173 und B 174.
Chemnitz ist auch ein wichtiger Eisenbahnknoten des Personenverkehrs. Von hier führen Bahnlinien nach Leipzig, nach Dresden sowie Zwickau auf der Sachsen-Franken-Magistrale und nach Riesa-Berlin sowie mehrere kleinere Strecken in alle
Richtungen. Im Eisenbahngüterverkehr ist Chemnitz jedoch nach Stillegung seines Rangierbahnhofes Chemnitz-Hilbersdorf kein Eisenbahnknoten mehr.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen 5 Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) und anderer Verkehrsbetriebe. Daneben existiert eine Straßenbahnlinie, die sogenannte City-Bahn, die das innerstädtische Straßenbahnnetz mit dem Schienennetz der Deutschen Bahn verbindet. Südlich von Chemnitz ist der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf gelegen.
Im Raum Chemnitz erscheint als Tageszeitung die "Freie Presse", mit rund 1,2 Millionen Exemplaren pro Werktag eine der größten Tageszeitungen Sachsens.
In Chemnitz haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
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