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Im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Projekts der NASA sollte ein Mensch auf dem Mond landen und unversehrt wieder auf die Erde zurückgebracht werden. Die bemannte Mondlandung wurde sowohl von den USA als auch der UdSSR angestrebt, allerdings nur von ersterer erreicht. Die Mondlandung bildete den Höhepunkt des Wettlaufs ins All.
| Inhaltsverzeichnis |
Der eigentliche NASA-Plan sah sieben Missionen bis zur ersten bemannten Mondlandung vor. Dies waren die Missionen A bis G.
Die mit Apollo 8 durchgeführte erste Mondumkreisung, Weihnachten 1968, war von der NASA eigentlich nicht vorgesehen.
Zusätzlich wurden die Missionen H, I und J geplant:
Durch den Start der Sputnik im Jahre 1957 und den ersten bemannten Raumflug von Juri Gagarin 1961 war die Sowjetunion zur führenden Raumfahrtnation aufgestiegen. Die US-Amerikaner suchten nach einem Gebiet der Raumfahrt, auf dem sie die Sowjetunion schlagen könnten. Die Mondlandung wurde dafür als geeignet angesehen.
Am 25. Mai 1961, nur eineinhalb Monate nach dem Start von Juri Gagarin, hielt Präsident John F. Kennedy vor dem amerikanischen Kongress seine berühmte Rede, in der er das Ziel vorgab, noch im gleichen Jahrzehnt einen Menschen zum Mond und wieder zurückbringen zu lassen. Mit den folgenden Worten fiel der Startschuss für das Apollo-Projekt:
Videoausschnitt der Rede Kennedys
Obwohl ursprünglich noch weitere Starts geplant waren, wurde das Apollo-Projekt nach der sechsten erfolgreichen Mondlandung von Apollo 17 beendet.
Für den bemannten Mondflug wurde die bis heute größte Rakete entwickelt. Sie erhielt den Namen Saturn V. Maßgeblichen Anteil an ihrer Entwicklung hatte der deutsch-amerikanische Raketenbauer Wernher von Braun, dessen Team die erste Stufe mit den gewaltigen Triebwerken entwickelte. Alle Starts dieser Rakete waren trotz ihrer großen Leistung und Komplexität erfolgreich, was durchaus beachtenswert ist, da die meisten übrigen Raketensysteme auch Fehlstarts und Explosionen zu verzeichnen haben.
Als Vorbereitung auf die Mondlandung lief parallel zum Apollo-Projekt das Gemini-Projekt, mit dem Erfahrungen zu Rendezvous-Manövern im Weltall gesammelt werden sollten.
Am 27. Januar 1967 erlitt das Apollo-Projekt einen schweren Rückschlag. Bei Bodentests verbrannten die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee in ihrer Kapsel. Die Rakete war während dieser Tests nicht betankt. Die Kapsel war aber nicht mit gewöhnlicher Luft, sondern mit Sauerstoff bei vollem atmosphärischen Druck gefüllt. Dadurch wurde binnen weniger als einer Minute aus einem kleinen elektrischen Funken ein Feuer, das die Astronauten tötete. Umfangreiche Änderungen an der Mondkapsel waren die Folge. Dem Test wurde nachträglich die Bezeichnung Apollo 1 verliehen.
Trotzdem konnte mit der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 am 20. Juli 1969 das Ziel Kennedys termingerecht erreicht werden.
Zeitgleich zum Apollo-Projekt arbeitete die Sowjetunion am Lunar-Programm, das ebenfalls mit der Landung eines Menschen auf dem Mond enden sollte. Mit dem Zond-5-Programm gelang es der Sowjetunion im März 1968, den Mond zu umkreisen und die unbemannte Kapsel zurück zur Erde zu steuern, die bei der Landung jedoch zerschellte. Die bemannten Missionen sollten mit der N1-Rakete durchgeführt werden. Allerdings gelang kein einziger Start dieses Raketentyps.
Im Rahmen der Mission Apollo 11 landeten am 20. Juli 1969 um 22:17 Uhr (MEZ) die ersten beiden Menschen, Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond. Sechs Stunden später, am 21. Juli um 03:56:20 Uhr MEZ, betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Dabei sprach er den berühmt gewordenen Satz:
Zitat: That's one small step for [a] man, [but] one giant leap for mankind.
(deutsch: "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.")
Diesen Satz sollte er sagen, hat er aber anscheinend aus Nervosität (oder anderen Gründen) beim Betreten des Mondes nicht gesagt. Er erzählte über den Mondboden, z.B. über die feine Staubschicht und daß die Landeteller kaum in den Boden eingesunken waren (Zuletzt zu sehen bei einer Wiederholung des ARD-Live-Mitschnitts der Mondlandung auf Phoenix).
Das 'a' vor 'man' wurde in späteren Texten hinzugefügt, um den Sinn zu erhalten. Im Funkverkehr war es nicht zu hören gewesen. Armstrong wurde später danach befragt, ob er es tatsächlich nicht gesagt habe, aber er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Daher bleibt es ungeklärt, ob es durch Störungen im Funkverkehr verloren gegangen ist, oder ob Armstrong dies tatsächlich so gesagt hat.
Ein dritter Astronaut, Michael Collins, umkreiste im Apollo-Mutterschiff den Erdtrabanten bis zur Rückkehr der Landeeinheit Eagle.
Im Rahmen des Apollo-Programms wurden insgesamt sechs Mondlandungen durchgeführt. Eugene Cernan stellte als bislang letzter Mensch am 22. Dezember 1972 seinen Fuß auf den Mondboden.
Als Routineflug gestartet, und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, starteten mit der Mission Apollo 13 am 11. April 1970 James A. Lovell, John L. Swigert und Fred W. Haise. Erst als kurz nach dem Start ein Sauerstofftank explodierte und damit das Leben der drei Insassen des Apollo-Raumschiffs stark gefährdet war, wurde die gesamte Weltöffentlichkeit auf die Mission aufmerksam. Die Astronauten mussten auf die Mondlandung verzichten und konnten sich dadurch retten, dass sie das Lunar Module als "Rettungsboot" zweckentfremdeten. Nach Absprengen des Servicemodules kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wurde erst das gesamte Ausmaß der Havarie deutlich; man geht davon aus, dass der Sauerstofftank der Brennstoffzellen explodiert war. Trotz der gescheiterten Mondlandung wird Apollo 13 dennoch als Erfolg gewertet, weil es erstmals gelungen war, Astronauten aus einer katastrophalen Raumnotlage lebend zur Erde zurückzubringen. Nach für die Astronauten und die Bodenmannschaften sehr anstrengenden fünf Tagen gelang (nach einer Mondumrundung ohne Landung) am 17. April 1970 die Landung im Pazifik.
Die Geschichte von Apollo 13 wurde verfilmt.
| Mission | Start | Bemerkung |
|---|---|---|
| Apollo 201 | 26. Februar 1966 | Erster Start der Saturn IB, suborbitaler Testflug des
Apollo-Kommandomoduls Unbemannt |
| Apollo 203 | 5. Juli 1966 | Erster orbitaler Start der Saturn IB, Testflug ohne Apollo-Kapsel Unbemannt |
| Apollo 202 | 25. August 1966 | suborbitaler Testflug des Apollo-Kommandomoduls Unbemannt |
| Apollo 1 | (27. Januar 1967) kein Start | Unglück während eines Bodentests, Tod der Besatzung Virgil Grissom, Edward H. White, Roger B. Chaffee |
| Apollo 4 | 9. November 1967 | Erster Start der Saturn V, Testflug des Apollo-Kommandomoduls Unbemannt |
| Apollo 5 | 22. Januar 1968 | Testflug der Mondlandefähre Unbemannt |
| Apollo 6 | 4. April 1968 | Zweiter Start der Saturn V, Testflug Unbemannt |
| Apollo 7 | 11. Oktober 1968 | Erster bemannter Start der Saturn 1B. Tests in der
Erdumlaufbahn Walter M. Schirra, Donn Eisele, Walter Cunningham |
| Apollo 8 | 21. Dezember 1968 | Erster bemannter Start der Saturn V, Mondumrundung Frank Borman, James A. Lovell, William A. Anders |
| Apollo 9 | 3. März 1969 | Tests des Landemoduls in der Erdumlaufbahn James A. McDivitt, David R. Scott, Russell L. Schweickart |
| Apollo 10 | 18. Mai 1969 | Test des Landemoduls im Mondorbit, nähert sich der Mondoberfläche bis auf 14 km Tom Stafford, John W. Young, Eugene Andrew Cernan |
| Apollo 11 | 16. Juli 1969 | Erste Mondlandung Neil Armstrong, Edwin Aldrin, Michael Collins Landeplatz: Mare Tranquillitatis |
| Apollo 12 | 14. November 1969 | Landung bei der 1967 gelandeten Sonde Surveyor 3 Charles Conrad, Richard F. Gordon, Alan L. Bean Landeplatz: Oceanus Procellarum |
| Apollo 13 | 11. April 1970 | Explosion an Bord, keine Mondlandung James A. Lovell, John L. Swigert, Fred Haise |
| Apollo 14 | 31. Januar 1971 | Shepard spielt Golf auf dem Mond Alan Shepard, Stuart A. Roosa, Edgar D. Mitchell Landeplatz: Fra Mauro |
| Apollo 15 | 26. Juli 1971 | Erste Mission mit dem Lunar Roving Vehicle
(Mondauto) David R. Scott, James B. Irwin, Alfred M. Worden Landeplatz: Hadley Rinne |
| Apollo 16 | 16. April 1972 | Erste Untersuchung einer Hochebene, Einsatz UV-Kamera, Mondauto John W. Young, Thomas K. Mattingly, Charles M. Duke Landeplatz: Descartes |
| Apollo 17 | 7. Dezember 1972 | Letzte Mondlandung, Mondauto Eugene Andrew Cernan, Ronald E. Evans, Harrison H. Schmitt Landeplatz: Taurus-Littrow |
Kurz nach der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 veröffentlichte die NASA die weitere Planung, die bis Ende 1972 neun
weitere Apolloflüge vorsah. Doch bereits im Januar 1970, noch vor der Verzögerung durch die Panne von Apollo 13, wurde Apollo 20
aus Kostengründen gestrichen. Im September 1970 folgten Apollo 15 und Apollo 19, die verbleibenden Flüge 16 bis 18 wurden mit 15
bis 17 neu nummeriert.
Die nach dem Abschluss der Mondflüge noch vorhandenen Apollokapseln und Saturnraketen wurden für das Skylab-Projekt 1973/74 und das Apollo-Sojus-Projekt 1975 verwendet.
Wie bei fast allen Ereignissen von so großer Tragweite sind auch die Mondlandungen das Objekt zahlreicher Verschwörungstheorien. Von den meisten Anhängern dieser Theorien wird bezweifelt, dass es überhaupt zu einer Mondlandung in den Jahren 1969 bis 1972 gekommen ist. Vielfach wird in diesem Falle von einer Mondlandungslüge oder einer Mondlandungs-NASA-Verschwörung gesprochen.
Apollo-Raumschiff, Raumfahrt, Geschichte der Raumfahrt, Katastrophen der Raumfahrt, Mercury-Programm, Gemini-Projekt, Luna-Programm, Skylab, 100 Wörter des 20. Jahrhunderts.
Deutschsprachige Literatur ist entsprechend gekennzeichnet
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