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Afrikaans, früher auch Kapholländisch oder Kolonial-Niederländisch genannt, ist die Muttersprache der Buren und der meisten
"Farbigen" in Südafrika. Es gehört zum Westgermanischen
Zweig der Indoeuropäischen Sprachen. Der
Language Code ist af beziehungsweise afr (nach ISO
639).
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Afrikaans wird hauptsächlich in Südafrika gesprochen, außerdem von kleineren Gruppen in anderen Staaten wie Namibia, Simbabwe, Botswana, Lesotho, Malawi, und Sambia.
In Südafrika ist Afrikaans die Muttersprache von 14,4% aller Bewohner (laut den amtlichen Volkszählungsdaten von 1996), damit liegt es unter den 11 offiziellen Landessprachen auf dem dritten Platz. Es gibt seit etwa Mitte der achtziger Jahre mehr "nichtweiße" als "weiße" Muttersprachler. Weltweit gibt es etwa 10 Millionen Menschen, die sich auf Afrikaans verständigen können.
Afrikaans ist durch eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Isolierung vom Ursprungsgebiet entstandene eigenständige Ausbausprache, die sich aus dem Niederländischen entwickelt hat. Sie zeichnet sich sowohl durch antiquierte Sprachformen und als auch durch vielfältige Neuerungen aus - wie beispielsweise den Verlust des grammatikalischen Geschlechts, eine radikale Vereinfachung des Verbsystems und zahlreiche Entlehnungen (u.a. aus dem Deutschen, Malaiischen, Französischen, Portugiesischen und einheimischen Bantusprachen). Afrikaans kann als eine der jüngsten Sprachen der Welt angesehen werden.
1875 gründete sich die Genootskap vir Regte Afrikaanders, eine Vereinigung, die auf die Anerkennung des Afrikaans als eigenständige Sprache hinarbeitete - bis dahin hatte es immer noch als Dialekt des Niederländischen gegolten. Sie gab eine Zeitschrift namens Die Patriot ("Der Patriot") sowie verschiedene Bücher auf Afrikaans heraus.
1925 wurde in Südafrika das Niederländische als Staatssprache abgeschafft und Afrikaans trat dem Englischen als Amtssprache in der Südafrikanischen Union ein.
1975 errichtete die südafrikanische Regierung in Paarl, dem Gründungsort der Genootskap etwa 50 km nördlich von Kapstadt, das Taal Monument, ein Denkmal, das die Bedeutung der Sprache Afrikaans symbolisieren soll. (Taal ist das afrikaanse Wort für "Sprache").
Im Apartheidsstaat sollte 1976 Afrikaans auch für die schwarze Bevölkerung als Unterrichtssprache zwangsweise eingeführt werden. Zum einen war sie zu dieser Zeit ein Symbol der weißen Unterdrücker, zum anderen hätte diese Maßnahme die Chancen für einen erfolgreichen Schulabschluss vieler schwarzer Jugendlicher erheblich gemindert. Die Sprache der Weißen wurde von ihnen nur wenig und oft unzureichend gesprochen. Am 16. Juni 1976 kam es in Soweto (South-West-Township) zu massiven Schülerprotesten, zunächst durch Schulboykott. Die Polizei ging brutal gegen die unbewaffneten Jugendlichen vor. Weltberühmt ist das Foto des sterbenden 13-jährigen Hector Pieterson in den Armen eines Mitschülers. Das Auflehnen kostete in wenigen Tagen zwischen 160 und 1000 Schwarzen das Leben. Unzählige wurden inhaftiert. Mit der Ablehnung der Sprache Afrikaans entstand der "Mythos Soweto" und damit ein Schwelbrand, der später als Zeitenwende im Widerstand gegen die Apartheid angesehen wurde.
Das oben gesagte trifft nicht für die "Farbigen" zu, die zu etwa 90% Afrikaans als Muttersprache sprechen.
Wer deutsch spricht und sich etwas Mühe gibt, kann geschriebenes, noch einfacher gesprochenes Afrikaans verstehen, wie der folgende Text aus einem Gedicht des afrikaansen Dichters C. Louis Leipoldt (1880-1947) anschaulich zeigt:
Die Grammatik in der afrikaansen Sprache ist sehr einfach gegliedert. Man unterscheidet nur zwischen drei Zeitformen: Perfekt, Präsens und Futur. Außerdem gibt es in dieser Sprache im Gegensatz zum Deutschen der, die, das, einzig und allein das die als bestimmten Artikel. Zum Einstieg, hier ein paar Beispiele:
Die Gegenwart ist genauso konstruiert wie im Deutschen : Subjekt, Prädikat, Objekt:
Die Vergangenheit wird gebildet, indem man ein het entweder vor das Verb oder vor das Substantiv,wenn vorhanden, setzt. Außerdem wird ein ge vor das Verb gesetzt:
In der Zukunft setzt man einfach ein sal vor das Prädikat und drückt damit aus, dass man etwas machen wird. Das Prädikat behält seine Ursprungsform.
Eine Merkmal, das soweit ersichtlich in anderen germanischen Sprachen nicht besteht, ist die Verdoppelung des Wortstamms zur Bildung des Partizip Präsens. Dies ist eigentlich typisch für Kreolsprachen.
Die Rechtschreibung ist in der afrikaansen Sprache ebenfalls sehr einfach gegliedert.
| AFRIKAANS | NIEDERLÄNDISCH | DEUTSCH |
| vir | voor | für |
| vry | vrij | frei |
| my | mijn | mein |
| lughawe | luchthaven | Flughafen |
| skool | school | Schule |
| sleg | slecht | schlecht |
| eggenoot | echtgenoot | Ehegatte |
| saam | samen | zusammen |
| aksie | actie | Aktion |
| voël | vogel | Vogel |
| asseblief | alstublieft | bitte |
| goeienaand | goedenavond | Guten Abend |
| oop | open | offen |
| oormôre | overmorgen | übermorgen |
In der afrikaansen Sprache wird Südafrika mit 's' geschrieben (Suid-Afrika) anstatt, wie im Niederländischen, mit 'z'
(Zuid-Afrika). Für Südafrika gilt 'ZA' als Kraftfahrzeugkennzeichen und '.za' als Internet Top Level Domain.
Siehe auch: Afrikaaner


