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Adolf Hitler


Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn in Österreich; † 30. April 1945 in Berlin) war ab 1921 "Führer" der NSDAP, ab 1933 Reichskanzler und ab 1934 als „Führer und Reichskanzler“ zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs.


Adolf Hitler
Adolf Hitler

Er errichtete in Deutschland die nationalsozialistische Diktatur des "Dritten Reiches", ließ alle Oppositionsparteien verbieten und politische Gegner verfolgen. Er entfesselte den Zweiten Weltkrieg und betrieb die systematische Entrechtung und Ermordung von Millionen europäischer Juden und anderer Bevölkerungsgruppen im Holocaust.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Sebastian Haffner hat in seinem Werk Anmerkungen zu Hitler [1] auf die "unerklärliche Kluft" zwischen der ersten und der zweiten Lebenshälfte des Diktators hingewiesen: "Dreißig Jahre lang ein obskurer Versager; dann fast sofort eine politische Lokalgröße und am Ende der Mann, um den sich die ganze Weltpolitik dreht." Ähnlich formuliert es der Historiker Ian Kershaw. Er beschreibt Hitler in seiner Biographie [2] als einen "Mann mit (...) geringen geistigen Gaben und sozialen Fähigkeiten", der "ohne jede Regierungserfahrung das Amt des Reichskanzlers antrat" und fragt: "Wie konnte ein solcher Mann eine so gewaltige historische Wirkung entfalten, dass die ganze Welt den Atem anhielt?" Dies ist die entscheidende, bis heute nicht restlos beantwortete Frage, die sich zu Hitlers Leben stellt. Nach einer Antwort muss suchen, wer die "Warnung" verstehen will, die der Philosoph Karl Jaspers in der Geschichte des Nationalsozialismus gesehen hat: "Es war möglich, dass dies geschah, und es bleibt jederzeit möglich".


Die frühen Jahre

Um seine Herkunft und sein Leben vor dem Eintritt in die Politik machte Hitler stets ein Geheimnis. "Sie dürfen nicht wissen," sagte er 1930 über seine politischen Gegner, "woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme." (zit. nach Krockow [3]) Döllersheim und Strones, die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern im österreichischen Waldviertel, ließ er im Sommer 1938, gleich nach dem Anschluss Österreichs evakuieren und zerstören, um einen Truppenübungsplatz anzulegen. Krockow, Kershaw und andere Biographen Hitlers vermuten, dass die Gründe dafür in dessen ungeklärter und von Inzest nicht freier Herkunft zu suchen sind. Hitlers eigene Angaben in "Mein Kampf" zu seinen frühen Jahren dienten vor allem der Selbststilisierung und sind daher wenig vertrauenswürdig.

Herkunft

Adolf Hitler wurde 1889 in der oberösterreichischen Grenzstadt Braunau als viertes von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und seiner dritten Frau - und angeheirateten Nichte - Klara (geb. Pölzl) geboren. Von diesen sechs Kindern erreichten nur Adolf und seine Schwester Paula das Erwachsenenalter. Alois Hitler hatte zudem noch einen unehelichen Sohn und eine Tochter, Alois junior und Angela, von seiner zweiten Frau.

Ahnentafel Adolf Hitlers
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Ahnentafel Adolf Hitlers

In "Mein Kampf" schildert Hitler den Vater als jähzornigen Tyrannen. Tatsächlich weist aber nichts darauf hin, dass Alois Hitler seinen Sohn strenger erzogen hätte, als damals üblich. Was Hitler dem Vater zeitlebens zugute hielt, war die Tatsache, dass der uneheliche Sohn der Bauernmagd Anna Maria Schicklgruber 1876 im Alter von 40 Jahren seinen Nachnamen in Hitler hatte ändern lassen. Dies geschah allerdings erst Jahre nach dem Tod von Alois' Mutter und seines vorgeblichen Vaters, des Müllergesellen Johann Georg Hiedler. Dessen Bruder Nepomuk gab bei einem Notar eine eidesstattliche Erklärung ab, nach der der spätere Ehemann von Anna Schicklgruber Alois' Vater gewesen sei. Johann Georg Hiedler selbst hat die Vaterschaft an seinem Stiefsohn zu Lebzeiten nie anerkannt.

Hitler wusste also nicht mit letzter Sicherheit, wer sein Großvater war. Dieser Umstand musste für den Propagandisten einer rassistischen Ideologie, als er seit Anfang der 20er Jahre zunehmend bekannter wurde, politisch brisant werden. Politische Gegner haben schon damals immer wieder nachzuweisen versucht, dass der Führer der antisemitischen und extrem nationalistischen NSDAP selbst jüdische oder tschechische Vorfahren hatte. Entsprechende Gerüchte konnten nie belegt werden, waren für Hitler aber Grund genug, seine Herkunft möglichst zu verschleiern. Nach neuestem Kenntnisstand ist es aber unwahrscheinlich das Hilter jüdische oder tschechische Vorfahren hatte.

Kindheit

Wegen des Berufs von Alois Hitler zog seine Familie häufig um, von Braunau nach Passau, Lambach und Leonding bei Linz. Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er dagegen völlig. Bereits das erste Jahr dort, (1900/01), musste er wiederholen, und seine Lehrer bescheinigten ihm "mangelnde Arbeitslust".

Hitler stellte dies später als Folge einer Art von Lernstreik gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen, während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. An dieser Darstellung ist insofern etwas Wahres, als Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah, regelmäßige Arbeit scheute und Egozentrik zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften gehörte. Gegen den "Lernstreik" spricht jedoch, dass Hitlers Vater schon am 3. Januar 1903 im Alter von 65 Jahren starb. Der Erziehungsdruck auf den 13-jährigen ließ also nach, ohne dass aber seine Leistungen deshalb besser wurden. Mit 16 verließ Hitler die Schule ohne Abschluss. Mehr als eine aus verschiedenen Quellen wahllos zusammengelesene Halbbildung hat er in seinem Leben nie erworben.

Jahre in Wien und München

Von 1905 an konnte Hitler dank einer Halbwaisen-Rente und der Unterstützung durch seine Mutter eine ungebundene Bohème-Existenz führen. Nachdem er 1907 und 1908 wegen mangelnder Begabung von der Wiener Kunstakademie abgelehnt worden war, machte er keine Anstalten mehr, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung anzugehen. Man sagte ihm, er solle Architekt werden, da sein Talent im Malen von Bauwerken läge. Am 21. Dezember 1907 starb seine Mutter Klara an Brustkrebs. Anders als die rührseligen Schilderungen seiner Jugendzeit in "Mein Kampf" suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers.

1909, im Alter von 20 Jahren, zog Hitler nach Wien. Dort kam er mit den pseudowissenschaftlichen und neureligiösen Schriften des Rasseideologen und Antisemiten Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Auch die antisemitischen Polemiken von Politikern wie dem "Führer" der Alldeutschen Bewegung Georg Ritter von Schönerer und dem Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger nahm er in sich auf. Seine Vorstellung von einer überlegenen arischen ‚Herrenrasse‘ dürfte sich damals gebildet haben, seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als für Politik hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die Richard Wagners.

Nach der zweiten Ablehnung durch die Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Er landete 1909 im Obdachlosenasyl und Anfang 1910 im Männerheim in der Meldemannstraße. Als Maler von Sehenswürdigkeiten Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Ob sein Antisemitismus damals bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf behauptete, ist aufgrund seiner Lebensumstände fraglich. Denn im Männerheim pflegte er Kontakt zu einem jüdischen Bewohner namens Hanisch, der den Verkauf seiner Bilder für ihn übernahm.

Nachdem ihm im Mai 1913 das Erbe des Vaters ausgezahlt worden war, zog er von Wien nach München um. In "Mein Kampf" schrieb er später, er habe sich nach einer "deutschen Stadt" gesehnt. Hier entdeckte er sein Interesse für Architektur und las die Schriften des rassistischen Schriftstellers Houston Stewart Chamberlain. Der Umzug hatte auch den Zweck, dem Militärdienst zu entgehen. Wenn es stimmt, dass dabei seine deutschnationale Gesinnung und eine Abneigung gegen den österreich-ungarischen Vielvölkerstaat eine Rolle spielten, wäre dies eine erste erkennbare politische Entscheidung gewesen. Dass Hitler nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus dem Weg gehen wollte, zeigte sich 1914: Als der 1. Weltkrieg ausbrach, meldete er sich umgehend als Kriegsfreiwilliger.

Im 1. Weltkrieg

Adolf Hitler (ganz links) im Ersten Weltkrieg
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Adolf Hitler (ganz links) im Ersten Weltkrieg

Als Gefreiter des 16. Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments "List" verbrachte Hitler fast die gesamte Kriegszeit als Meldegänger an der Westfront. Er trat am 16. August 1914 als Freiwilliger in die Armee ein, wurde im Dezember desselben Jahres mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. In Nordfrankreich wurde Hitler im Oktober 1916 am Bein verwundet. Erst Anfang März 1917 kam er wieder geheilt an die Front. 1918 wurde er mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Hitler galt als korrekter Soldat, der aber bei seinen Kameraden wegen seiner unkritischen Haltung gegenüber den Offizieren eher unbeliebt war. "Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings sich fügen", so schilderte er selbst seine damalige Haltung während des Putschistenprozesses im Jahr 1924. Seine Außenseiterrolle wird von einer Äußerung eines Regimentskameraden verdeutlicht, die Hitlers erster und zeitgenössischer Biograph Konrad Heiden [4] zitiert: "Wir alle schimpften auf ihn und fanden es unerträglich, daß wir einen weißen Raben unter uns hatten."

Am 15. Oktober 1918, kurz vor Kriegsende, wurde Hitler nach einem Gasangriff in das Lazarett der vorpommerschen Stadt Pasewalk eingewiesen. Die vorübergehende Blindheit, wegen der er behandelt wurde, führte er selbst auf eine Augenverletzung in Folge des Gasangriffs zurück. Neuere Forschungen, die auf Krankenakten des Lazaretts beruhen, lassen aber auch den Schluss zu, dass die Blindheit erst eine nachträglich eingetretene, hysterische Reaktion auf die Niederlage Deutschlands gewesen sein könnte. Hitler wurde jedenfalls von einem Militärarzt für Psychiatrie behandelt und von diesem als Psychopath eingestuft, der zu Führungsaufgaben völlig ungeeignet sei.

Ähnlich hatte sich schon während des Krieges Hitlers Kompanieführer geäußert, der von Heiden [5] mit dem Satz zitiert wird: "Diesen Hysteriker mache ich niemals zum Unteroffizier!" Es hatte also nicht nur mit Hitlers österreichischer Staatsbürgerschaft zu tun, dass er - obwohl mehrfach verwundet und mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen sowie weiteren Ehrenzeichen versehen - nie über den Status eines Gefreiten hinauskam. Dennoch nennt Sebastian Haffner die Fronterfahrung Hitlers "einziges Bildungserlebnis", da er in seinem späteren Leben von militärischen Fragen durchaus etwas verstanden habe.

Hitlers Aufstieg

Politische Anfänge

Hitler behauptete später, die Empörung über den verlorenen Krieg und den "Verrat der Novemberverbrecher" habe in ihm den Entschluss reifen lassen, Politiker zu werden. Auch dies darf angezweifelt werden, angesichts der unklaren Haltung zu den Zeitereignissen, die er in den ersten Monaten nach Kriegsende erkennen ließ.

Von politischen Ambitionen Hitlers ist unmittelbar nach dem Krieg nichts festzustellen. Er kehrte in die Kaserne seines Regiments nach München zurück und zeigte zunächst nur das Bestreben, nicht entlassen zu werden. Er ließ sich mehrfach zu einem der Vertrauensleute seines Regiments wählen und war damit eine Art Verbindungsmann zur revolutionären Räteregierung des sozialistischen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.

In den Wirren nach dessen Ermordung ergriff Hitler weder auf Seiten der Räterepublik Partei noch - wie man angesichts seiner späteren Entwicklung hätte erwarten können - auf Seiten ihrer Gegner, der zumeist "völkisch" und antidemokratisch gesinnten Freikorps. Er scheint sich damals vorsichtig im Hintergrund gehalten zu haben. Ein Foto aus dieser Zeit zeigt Hitler sogar im Trauerzug für den ermordeten Eisner, der Jude gewesen war. Auch dies wird von einigen Historikern als Hinweis darauf gewertet, dass Hitlers politische Anschauungen zu dieser Zeit noch nicht so ausgeprägt gewesen sein können, wie er es sechs Jahre später in "Mein Kampf" darstellen sollte.

Nach der blutigen Niederwerfung der Räterepublik ließ Hitler sich von der Münchener Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf Seiten der Räteregierung engagiert hatten. Die entscheidenden Männer der so genannten schwarzen Reichswehr - z.B. der Hauptmann Ernst Röhm - scheinen in dem Gefreiten Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten schickten Hitler zu Schulungen für Propaganda-Redner und beauftragten ihn gleichzeitig damit, politische Parteien und Zirkel zu bespitzeln, die im damaligen München wie Pilze aus dem Boden schossen.

Am 12. September 1919 besuchte Hitler erstmals eine Versammlung der von dem Schlosser Anton Drexler gegründeten Deutschen Arbeiterpartei (DAP), die fremdenfeindliche, antisemitische und pseudo-sozialistische Ideen propagierte. Hitler beteiligte sich gleich an den Debatten und fiel durch sein Rednertalent auf. Erstmals hatten er selbst und andere eine gewisse Begabung an ihm entdeckt: Er konnte Zuhörer fesseln und Emotionen wecken. Drexler warb ihn noch am gleichen Tag an, und im Auftrag seiner Vorgesetzten, trat Hitler am 19. Oktober als 55. Mitglied in die DAP ein - nicht als siebentes, wie er später stets behauptete. Seine Mitgliedsnummer 555 rührte daher, dass die DAP mit der Zählung ab 501 begann, um etwas mehr Größe vorzutäuschen. Zu dieser Zeit kam Hitler auch erstmals mit dem antisemitischen Schriftsteller Dietrich Eckart von der Thule-Gesellschaft in Kontakt. Eckart war auf der Suche nach einem Agitator, der Arbeiter und Angehörige der Unterschichten für rechtsradikale Ideen gewinnen sollte. Als einer der ersten sah er in Hitler diesen Mann und förderte ihn seither mit Rat und Tat. 1920 wurde er Herausgeber von Hitlers Parteiblatt "Völkischer Beobachter".

Da Hitler mit seinen aufputschenden Reden immer mehr Zuhörer und Mitglieder anlockte, wurde er für die kleine DAP bald unentbehrlich. Zunächst war er dort als "Werbeobmann" tätig und im Frühjahr 1920 an der Ausarbeitung des 25-Punkte-Programms der DAP beteiligt, die sich auf sein Betreiben in "nationalsozialistische" deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte. Als er am 31. März 1920 schließlich aus der Armee entlassen wurde, konnte er bereits von seinen Honoraren als Redner leben. Als "Bierkelleragitator" war er für die noch wenig beachtete NSDAP unersetzlich. Dies nutzte er aus, als er im Juli 1921 die alte Parteiführung entmachtete und mit einem Ultimatum seine Wahl zum Vorsitzenden der NSDAP erzwang. Hitler war nun eine politische Lokalgröße, die aber außerhalb Bayerns eher Belustigung als Furcht erregte.

Putsch und Inhaftierung

Bayern wurde seit der Niederschlagung der Räterepublik von dem nationalistisch und monarchistisch gesinnten Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr regiert, der keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Demokratie und die angebliche „rote Reichsregierung“ machte. Hitler und der frühere Generalquartiermeister der Obersten Heeresleitung (OHL) Erich Ludendorff, der inzwischen zu den Sympathisanten der NSDAP gehörte, sahen in Kahr daher einen Verbündeten in ihrem Plan, nach dem Vorbild von MussolinisMarsch auf Rom‘ vom Oktober 1922 die Regierung in Berlin gewaltsam zu stürzen. Aufgrund der französischen Ruhrbesetzung, der enormen Inflation und heftiger innerer Unruhen in Deutschland glaubte er, auch bei breiten Bevölkerungsschichten Unterstützung zu finden.

Am Abend des 8. November 1923 stürmten Hitler und einige Bewaffnete den Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Rede hielt. Doch nur unter vorgehaltener Waffe ging dieser zum Schein auf Hitlers Angebot ein. Am nächsten Morgen jagte die Polizei den Marsch Hitlers und seiner Anhänger schon an der Feldherrnhalle auseinander. Ludendorff wurde noch am 9. November verhaftet, Hitler einige Tage später. Der Prozess gegen die Putschisten, der am 26. Februar 1924 begann, hätte nach Gesetzeslage mit langen Haftstrafen und zumindest mit der Ausweisung Hitlers enden müssen, der damals noch immer österreichischer Staatsbürger war. Aber wie in der Weimarer Republik üblich, wurden die rechtsextremen Täter mit äußerster Milde behandelt. Der Gerichtspräsident nahm es sogar hin, von Hitler wegen seiner jüdischen Herkunft angegriffen zu werden. Ludendorff redete seine Beteiligung an dem damals so genannten Bierkellerputsch möglichst klein und kam mit einem Freispruch davon. Hitler, der wusste, wie wenig er riskierte, ergriff die Chance, sich selbst als alleinigen Initiator des ganzen Unternehmens darzustellen.

Er wurde zu einer äußerst milden Strafe von fünf Jahren Festungshaft verurteilt, aber schon wenige Monate später, am 20. Dezember 1924, wieder frei gelassen. Während seiner Haft in Landsberg am Lech schrieb Hitler mit Hilfe seines Sekretärs Rudolf Hess den ersten Teil seines Buches Mein Kampf. Eine Abrechnung, in dem er offen seine politischen Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus beschrieb. (Ursprünglich hatte das Buch Viereinhalb Jahre des Kampfes gegen Lügen, Dummheit und Feigheit heißen sollen.)

Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler nun auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller ‚völkischen‘ Politiker bekannt. Seine Stellung in der NSDAP war unumstrittener denn je, und in der völkischen Bewegung gewann seine Stimme erheblich an Gewicht. Hatte er sich bis dahin eher als ‚Trommler‘ der Bewegung gesehen, der den Weg für einen anderen ‚Retter Deutschlands‘ wie etwa Ludendorff frei machen sollte, so sah er sich nun zunehmend selbst in der Rolle des großen Führers. All das nützte ihm jedoch zunächst wenig. Zwar wurde die NSDAP nach einem anfänglichen Verbot wieder zugelassen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Weimarer Republik stabilisierten sich. Der bis 1929 anhaltende Aufschwung ließ radikalen Parteien in der Wählergunst keine Chance, und Hitler setzte nach dem gescheiterten Putschversuch ganz darauf, die Macht auf legalem Weg zu erringen.

Der Weg zur Kanzlerschaft

Hitler, (-Foto)
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Hitler, Berghof (Propaganda-Foto)

Nach seiner Haftentlassung begann Hitler damit, die NSDAP wieder aufzubauen. Diesmal versuchte er, auf legalem Weg die Macht im Staat zu erlangen. Zu Hilfe kamen ihm Spenden und logistische Hilfen von Junkern, Kaisertreuen, Wirtschaftsführern und Militärs (zum Beispiel aus Freikorps) aus dem Deutschen Reich und auch aus den USA, sowie die Wirtschaftskrise, die die Situation in der politisch wenig gefestigten Weimarer Republik weiter destabilisieren half. Zwischen 1913, als er Österreich ohne polizeiliche Abmeldung in Richtung München verlassen hatte (und 1925 dann auf eigenen Wunsch aus der österreichischen Staatsbürgerschaft entlassen worden war) und 1932 war Hitler staatenlos. Erst die Anstellung als Regierungsrat beim Braunschweiger Landeskultur- und Vermessungsamt verschaffte ihm Ende Februar 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft und somit die formale Voraussetzung zur Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl. Nachdem die NSDAP bei den Reichstagswahlen 1932 stärkste Partei wurde, ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Die "Kamarilla" um Paul von Hindenburg trieb zur Unterstützung einer nationalistisch ausgerichteten Regierung die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler voran. Unterstützung fand Hitler weiterhin durch die Großindustrie und Banken, die aus Angst vor einem Staatssozialismus die von Hitler beabsichtigte vollständige Ausschaltung der "bolschewistischen Gefahr" begrüßten, sowie durch die ihnen von Hitler in Aussicht gestellten Staatsaufträge durch Aufrüstung. Die Befürwortung seiner Ernennung zum Reichskanzler der nationalkonservativen Kreise um Franz von Papen sicherte sich Adolf Hitler, indem Papen ein Platz im Kabinett unter der Führung Hitlers versprochen wurde. Das Militär hoffte durch den Reichskanzler Hitler auf den nationalen Aufstieg, eine "Beseitigung" des Versailler Vertrags und eine Aufrüstung beziehungsweise Aufstockung der Armee. Nationalkonservative aus Wirtschaft und Politik wollten durch Hitler eine Stabilisierung der Regierung und auch eine Neuorientierung der politischen Kultur in Richtung Monarchie.

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